Anschlag: Auch Studio betroffen

Das Feuer, das Unbekannte im türkischen Lokal "Mangal" in Chemnitz gelegt haben, hat auch die Existenz einer Nachbarin bedroht. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen.

Chemnitz/Frankenberg.

Als sie die Nachricht ihrer Angestellten bekam, war Kerstin Schirmer im Urlaub. Sie solle sich dringend melden, habe in der Nachricht gestanden. Da sei ihr schon klar gewesen, dass es sich wirklich um ein schwerwiegendes Problem handeln müsse, erinnert sich Schirmer. Die Mitarbeiterin wollte am 19. Oktober morgens das Kosmetikstudio an der Straße der Nationen öffnen. Doch in der Nacht hatte es einen Brandanschlag auf das türkische Restaurant "Mangal" gegeben, das sich direkt neben dem Kosmetikstudio befindet.

Die Wände zum Restaurant, dessen Wirt in Frankenberg lebt, hatten durch den Brand Risse bekommen, durch die Ruß drang. Viel davon. Bis in den hintersten Winkel des über 90 Quadratmeter großen Studios sei er gedrungen, berichtet Schirmer. So viel, dass in den Räumen nicht mehr gearbeitet werden konnte.

Der Anschlag nebenan habe zwar nicht ihr gegolten, sie aber trotzdem getroffen. "Auch meine Existenz ist bedroht", sagt Schirmer. Sie habe rund 50.000 Euro in ihr Studio investiert, das sie seit 2015 betreibt. Doch von heute auf morgen konnte sie nicht mehr arbeiten. Zu ihrem Glück sei sie nun zur Miete in einem Frisörgeschäft gegenüber vorübergehend untergekommen. Dort behandele sie nun ihre Kunden auf zwölf Quadratmetern. Es gebe aber auch Kunden, die abgesprungen seien.

Die Risse sind noch immer in den Zimmern zu sehen. Sobald man einen Gegenstand abstellt, ist er binnen kurzer Zeit von Ruß bedeckt. Das ist nicht nur ein optischer Makel, sondern auch für die Gesundheit bedenklich. Die Ermittlungen der Polizei zu dem Anschlag sind nicht abgeschlossen, das Restaurant noch in demselben Zustand wie am Morgen des 19. Oktober. Sie könne aber nicht warten, bis sich in ein paar Monaten etwas tut, so Schirmer. Darum ließ sie ihre Möbel reinigen, wofür ihre Versicherung aufkomme. Doch die Versicherung allein könne sie nicht retten. Eigeninitiative war gefragt. Sie sah sich nach neuen Räumen um. Wenn alles klappt, werde sie im Februar im Schloßviertel neu eröffnen. Bis dahin sei sie aber darauf angewiesen, dass ihr ihre Stammkunden die Treue halten. Die festangestellte Mitarbeiterin werde sie behalten, so Schirmer. Aber einer freiberuflich tätigen Visagistin, die einen Raum in Schirmers Studio gemietet hatte, habe sie kündigen müssen.

"Das Wichtigste aber ist, dass wir alle gesund sind und niemandem etwas bei dem Anschlag passiert ist", verdeutlicht die Kosmetikerin. ()

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