Aufregerthema Haltestellen

Die Eppendorfer ärgern sich über den Schandfleck mitten im Ort. Man sucht nach Lösungen. Dabei geht es auch um einen Treff für Jugendliche.

Eppendorf.

Der Zustand des Haltestellenbereichs für die Busse am ehemaligen Bahnhof in Eppendorf ist ein Dauerthema im Gemeinderat. Tatsächlich erfüllen derzeit die Wartehäuschen ihre Zwecke nur noch bedingt: Mehrere Scheiben wurden eingeschlagen. Andere Stellen wurden zerkratzt oder beschmiert. Mancher fühlt sich belästigt, da das Areal von Jugendlichen als Treff genutzt wird, die an manchen Tagen besonders viele Spuren hinterlassen.

"Wir haben die Sachbeschädigungen an den Wartehäuschen als Gemeinde dreimal angezeigt. Doch nach Auskunft der Polizei liegen keine weiteren Beschwerden von Privatpersonen über Bedrohungen oder Belästigungen vor. Somit kann die Polizei auch nicht handeln", sagte Eppendorfs Bürgermeister Axel Röthling (SPD) zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Anzeigen der Gemeindeverwaltung richteten sich dabei gegen Unbekannt, da noch nie ein Übeltäter auf frischer Tat ertappt wurde.

"Wer dort auf einem mitgebrachten Campingstuhl sitzt, begeht keine Straftat", sagte Röthling. Doch es besteht Handlungsbedarf. Darüber sind sich die Mitglieder des Eppendorfer Gremiums einig. Man sucht nach Lösungen: Will zum Beispiel mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen und ihnen eventuell eine Alternative als Treff anbieten. Dabei möchte Sozialpädagogin Nancy Schreiber vom Verein Regenbogenbus helfen. Sie ist im Rahmen des Projekts "Kontrast - mobile Jugendarbeit in Mittelsachsen" seit Jahren auch in Eppendorf tätig.

Die Gemeinderäte haben sich dafür ausgesprochen, den am 31. Dezember 2018 auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Eppendorf beteiligt sich 2019 anteilig mit 7.035 Euro an der Finanzierung der Sozialarbeit. Das sind rund 300 Euro mehr als im Vorjahr, der Leistungsumfang bleibt unverändert. "Eigentlich hatten wir die Höhe unserer Beteiligung an der Finanzierung vor Jahren gedeckelt. Aber die Steigerung geht aus meiner Sicht in Ordnung", sagte Gemeinderätin Ulrike Seifert (CDU).

Nancy Schreiber unterbreitete während der Sitzung Vorschläge, wie das Problem angegangen werden könnte. "Der Busbahnhof ist seit Jahren ein Thema. Die Polizei sollte die Streifenfahrten intensivieren, vor allem unregelmäßig kontrollieren. Eine bessere Beleuchtung dort wäre sicherlich auch dienlich", sagte die Expertin. Gemeinderat Thomas Richter plädierte in der Beratung dafür, den Jugendlichen eine Chance zu geben. "Wir müssen den Willen aufbringen und den Versuch unternehmen, mit ihnen Kontakt aufnehmen. Ziel muss es sein, eine Variante für ein neues Domizil zu suchen", sagte der Unternehmer.

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