Auftakt einer Erfolgsgeschichte

Vieler Hände Arbeit war nötig, um Kirche, Schloss und Stadt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken - was gelungen ist. Der Kantor und manch andere haben Großes geleistet. Die Planung der Neuauflage läuft bereits.

Augustusburg.

Der erste Augustusburger Musiksommer ist Geschichte - eine überaus erfolgreiche. Doch auf dem Lorbeer ausruhen will sich der Organisator und künstlerische Leiter Pascal Kaufmann nicht. Der Kirchenmusiker und Augustusburger Kantor ist schon mit der Vorbereitung der zweiten Auflage im kommenden Jahr beschäftigt. Am 6. Juni wird dann die Junge Philharmonie Augustusburg die Sinfonie Nr. 3 für Orgel und Orchester von Camille Saint-Saëns zur Eröffnung spielen. "Ich bin sehr erleichtert, dass wir in diesem Jahr alle Programme entsprechend unserer Planung umsetzen konnten", sagt Kaufmann. Dabei hatte er sich selbst die Messlatte hochgelegt.

Mit 23 Kurzkonzerten in den beiden Kirchen der Stadt, der Sommergala auf der Waldbühne, einer Veranstaltung im Musikkabinett und dem Singer/Songwriter-Abschlusskonzert wurden gleich mehrere Veranstaltungsorte bespielt, die sowohl an die Technik bei den Open-Air-Veranstaltungen als auch an die Künstler hohe Anforderungen stellten. "Zum Glück waren alle Musiker top vorbereitet, kleinere Pannen konnten wir schnell beheben", sagt Kaufmann und denkt an eine Veranstaltung, bei der der 1. Geiger seine Konzertschuhe vergessen hatte. "Er hat kurzerhand meine Schuhe bekommen, und ich habe in seinen Turnschuhen die Begrüßung gemacht." Solopianistin Oksana Weingardt hatte ihr schwarzes Bühnenoutfit vergessen und musste zurück nach Dresden. Damit verkürzte sich zwar die ohnehin knappbemessene Probenzeit; doch alle Konzerte konnten pünktlich beginnen.

1115 Minuten klassische Musik, geschätzte 85.000 Noten zu den fünf Bach-Concerti und rund 750.000 Noten insgesamt wurden von 59 Musikern, die Erzgebirgische Philharmonie Aue nicht eingerechnet, in herausragend professioneller Weise dargeboten. Bei den meisten Konzerten ist Pascal Kaufmann selbst als Dirigent, Solist an Orgel, Piano oder Cembalo aufgetreten. "Ich bin schon an meine Grenzen gekommen, denn organisatorische und künstlerische Leitung als Gesamtpaket haben mich sehr gefordert", schätzt der Musiker ein und weiß, dass er im kommenden Jahr etwas kürzertreten muss.

Den 53 Helfern, die den Musiksommer in rund 1800 Stunden ehrenamtlich unterstützt haben, sei er überaus dankbar, betont Pascal Kaufmann. Ob beim Kartenverkauf, als Programmverteiler, Blumenüberbringer oder Betreuer der Musiker - jeder von ihnen habe großartige Arbeit geleistet, ohne die der reibungslose Ablauf undenkbar gewesen wäre. Davon konnten sich auch die Besucher überzeugen.

Mehr als 5000 verkaufte Karten für alle 26 Veranstaltungen beweisen, wie gut das Format der Klassikkonzerte angenommen wurde. Spitzenreiter dabei war das Abschlusskonzert "Mit Glanz und Gloria" für Orgel und Trompete in der Stadtkirche mit über 800 Besuchern, gefolgt vom "Karneval der Tiere" mit 580 Besuchern. "Balladen unter Sternen" in traumhafter Kulisse des Kirchparks vor der Stadtkirche lockte mehr als 400 Gäste an.

Die Zuhörer des zehnwöchigen Musikevents waren nicht nur sachsenweit vertreten. Klassikliebhaber aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und sogar aus Moskau, Salzburg und Guatemala erlebten einen heißen Musiksommer in erzgebirgischer Kulisse. Helmut Fuchs, Solotrompeter der Sächsischen Staatskapelle Dresden und gebürtiger Österreicher, schwärmte nach seinem Auftritt: "Augustusburg ist auf jeden Fall eine Reise wert. Diese schöne Umgebung kann ich nur weiterempfehlen". Das Format zum nächsten Musiksommer 2020 wird beibehalten, verspricht Pascal Kaufmann. Dann wird mit der Jungen Philharmonie Augustusburg ein neuer und sicher beeindruckender Klangkörper die Konzerte bereichern.

Nicht nur musikalisch gesehen wurde viel geboten. Auch fürs Auge gab es Neues zu entdecken. Maler Karsten Mittag präsentierte seine "Nachtstücke" im Lotterhof. Bildhauer Erik Neukirchner eröffnete in der "Alten Apotheke" eine Kunstausstellung mit Bronzeplastiken. Diese Ausstellung ist noch bis zum 6. Oktober mittwochs bis samstags von 10 bis 17 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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