Bankinstitut reagiert auf Sprengangriffe

Handlungsdruck nach Anschlägen auf Automaten

Frankenberg.

Knapp 350 Fälle, bei denen Kriminelle Geldautomaten sprengten, hat das Bundeskriminalamt 2019 in Deutschland gezählt. In Mittelsachsen gab es laut Polizei seit Januar 2019 zwei Delikte. Beide betrafen Automaten in Frankenberg. An Geld kamen die Täter nicht. Schwer wog der Schaden von Tausenden Euro, der entstand. Das lässt erahnen, in welcher Gefahr jene schweben, die über oder neben den Räumen mit der Selbstbedientechnik wohnen.

In Chemnitz hat die Volksbank an allen Automatenstandorten mit Wohnungen darüber Sprengschutz eingebaut. Die Sparkasse Chemnitz setzt Anti-Gas-Systeme ein, um Mieter und Kunden bei Sprengversuchen zu schützen. Das System erkennt, wenn Gas eingeleitet wird, macht es weithin unschädlich und löst Alarm aus. Dass in der Praxis Kriminelle zu dem Mittel greifen, zeigt ein Fall in Frankenberg. Im Juni 2019 sollte womöglich Gas in den Automaten der Volksbankfiliale an der Einsteinstraße geleitet und zur Detonation gebracht werden. Wie Polizeisprecher Andrzej Rydzik erklärte, kam es nicht dazu. Die Täter - es wurden drei Maskierte gesehen, die in einem Auto flüchteten - erbeuteten kein Geld, hinterließen jedoch Schaden von rund 5000 Euro. Das Ermittlungen gegen Unbekannt liefen noch. Erfolgreich war die Polizei in einem weiteren Fall, bei dem ein Automat der Sparkasse an der Gutenbergstraße gesprengt werden sollte. Ein heute 28-jähriger Tatverdächtiger deutscher Staatsangehörigkeit konnte ermittelt werden. Am Automaten entstand Schaden von etwa 7500 Euro.

Auf die Gefahr hat die Volksbank Mittweida reagiert. "Unsere Automaten sind mit Schutzvorrichtungen gesichert", so Bereichsleiter Rico Schlegel. Aktuell gebe es zwei Standorte mit Selbstbedientechnik, an denen sich Wohnungen befinden. "Diese sind separat abgesichert", sagte Schlegel, ohne Details zu nennen. Der Automat an der Einsteinstraße ist in einem Container auf freier Fläche untergebracht. Damit verbundene Investitionen beliefen sich auf knapp 500.000 Euro in den letzten Jahren. Die Sparkasse Mittelsachsen antwortete auf Fragen nicht. ( jl/micm)

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