Baustart für ein Millionenprojekt

Die Herbstferien sollen in Flöha mit der Sperrung der Kirchenbrücke starten. Aber kommt es auch so, wie die Baufirma will?

Flöha.

Die Kirchenbrücke in Flöha wird voraussichtlich ab 14. Oktober gesperrt. Darüber hat der Leiter der Bauverwaltung, Andre Stefan, am Dienstagabend im Technischen Ausschuss informiert. Allerdings gebe es noch Abstimmungsbedarf mit Behörden, Polizei und Verkehrsbetrieben. "Danach werden wir sehen, ob es bei dem von der Baufirma festgelegten Baubeginn bleibt", sagt Stefan. Zu Wochenbeginn gab es eine Beratung mit der für den Brückenneubau beauftragten Firma aus Hainichen, bei der der aktuelle Bauablaufplan diskutiert wurde. Demnach bleibt es auch bei dem avisierten Bauende im Dezember 2020.

Die Vorbereitungen für den rund 2,7 Millionen Euro teuren Neubau der Kirchenbrücke laufen indes schon seit der Stadtrat Ende August den millionenschweren Auftrag vergeben hat und die Einspruchsfrist abgelaufen ist. Zuerst werden hinter den jetzigen Widerlagern Bohrpfähle in den Boden gerammt, um den Uferhang zu stabilisieren. Unter der Brücke werden Platten ins Flussbett gelegt, um zu verhindern, dass Abrissmaterial ins Wasser fällt.

Die Umleitung für den Fahrzeugverkehr soll über die Ortsumfahrung B 173 führen. Schüler der Grundschule umgehen die gesperrte Kirchenbrücke über die Auenstegbrücke und die Turnerstraße. "Umwege sind das zweifellos", sagt Andre Stefan, aber diese seien zumutbar. Während der Bauzeit will die Stadtverwaltung regelmäßig über den aktuellen Stand und den Baufortschritt informieren. Das hat Oberbürgermeister Volker Holuscha im Stadtrat zugesichert. Es werde in jeder Sitzung des Technischen Ausschusses einen Tagesordnungspunkt zum Bauvorhaben Kirchenbrücke geben, so der OB. Für Stadträte bestehe grundsätzlich die Möglichkeit, an den Bauberatungen teilzunehmen, sagt Andre Stefan. Das hatte die Fraktionschefin der AfD, Romy Penz, im Stadtrat angeregt.

Die neue Kirchenbrücke wird wie die alte einen Mittelpfeiler haben; weil der aber deutlich schlanker ausfällt, erhöht sich der Durchflussquerschnitt den Planentwürfen zufolge um rund 56 Quadratmeter. Außerdem vermindert sich das Risiko, dass sich im Falle eines Hochwassers Schwemmgut an der Brücke verfängt und diese so zu einem Staudamm wird. Genau das war im August 2002 passiert, als die flussaufwärts montierte Behelfsbrücke vom Hochwasser weggerissen und gegen die Kirchenbrücke gedrückt wurde, die damals gerade saniert wurde.

Da die Sanierung nach dem Jahrhunderthochwasser nicht abgeschlossen wurde, bezahlt der Freistaat den Restbetrag von 666.500 Euro, den die komplette Sanierung gekostet hätte, als Zuschuss für die Brücke. Trotz Zuschuss und Fördermitteln birgt der Neubau für Flöha ein finanzielles Risiko. Denn die neue Brücke wird etwa 1Million Euro teurer als geplant. Bislang ist unklar, ob auch diese Mehrkosten gefördert werden oder nicht. Kämmerin Janet Pentke hat den Stadträten angesichts der aktuell niedrigen Zinsen vorgeschlagen, notfalls einen Kredit zur Finanzierung der Mehrkosten aufzunehmen.

Der Stadtrat hat den Auftrag für den Neubau trotz der Kostenexplosion mit großer Mehrheit vergeben. Aber es gibt auch Kritik. Der Falkenauer Ortschaftsrat Andreas Kluge fragte vorige Woche im Stadtrat, warum die Kirchenbrücke als Teil des Hochwasserschutzes für die Stadt Flöha trotz der erheblichen Mehrkosten gebaut werde, in Falkenau aber der Hochwasserschutz an der Schwarzen Brücke wegen zu hoher Kosten nur zum Teil errichtet wurde. Kluge forderte mit dem Argument der Gleichbehandlung, die gestrichenen Maßnahmen an der Schwarzen Brücke doch zu realisieren. Andre Stefan sagte, beide Baumaßnahmen seien nicht vergleichbar. Und: Die Schwarze Brücke sei im Gegensatz zur Kirchenbrücke intakt.

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