Beheben der Hochwasserschäden zieht sich bis ins nächste Jahr

In Grünhainichen werden die letzten Spuren der Flut von 2013 beseitigt. 1,74 Millionen Euro sind bisher dafür ausgegeben worden. Noch ist aber nicht alles fertig.

Grünhainichen.

Land unter hieß es im Juni vor fünf Jahren in Grünhainichen. Die Pegel von Flöha und Zschopau waren stark gestiegen, kleinere Dorfbäche schwollen bei Starkregen zu reißenden Strömen an und hinterließen Spuren der Verwüstung. In Grünhainichen und Waldkirchen betrug die Schadenshöhe rund eine Million Euro, im damals noch eigenständigen Borstendorf etwa die Hälfte.

Ein Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten war etwa das Offenlegen von Bachabschnitten, um den Wasserläufen künftig mehr Raum zu verschaffen. Denn die umfangreichsten Schäden entstanden nicht vorrangig an den Ufern von Zschopau und Flöha, sondern innerorts. Das Gros der Schäden ist mittlerweile behoben worden, aber noch nicht alle. "Zehn von insgesamt 15 Maßnahmen sind abgeschlossen", teilte Nadja Beirich mit. "Drei laufen aktuell und zwei stehen noch an", so Grünhainichens Bauamtsleiterin weiter. Wo werden momentan noch Schäden beseitigt? Und liegen die Arbeiten im Plan?

Laufende Projekte: An der Flöhatalstraße in Grünhainichen, an der bei dem Unwetter ein Stück Hang abgerutscht war, sind die Arbeiten noch nicht beendet. Die Böschung erhält eine sogenannte Brunnenringgründung, um die Straße standsicherer zu machen. Seit April wird deshalb die Uferböschung oberhalb der Straße auf einem etwa 25o Meter langen Abschnitt zwischen Chemnitzer Straße und Mühlenstraße für rund 380.000 Euro saniert. "Derzeit wird ein Randbalken einschließlich des dazugehörigen Fundaments hergestellt", sagt Bürgermeister Robert Arnold. "Danach erfolgt der Straßenunterbau, die Oberfläche des Hanges wird gesichert und die Fahrbahn im Bereich der Baustelle wieder auf Vordermann gebracht", so das Gemeindeoberhaupt zu den noch anstehenden Arbeiten. Der Flöhatalrad- und -wanderweg ist aufgrund der Bauarbeiten zwischen Bahnhof und Mühlenplatz bis November dieses Jahres gesperrt.

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen ist die Uferbefestigung des Dorfbachs im Ortsteil Borstendorf. Dort werden im Bereich des kompletten Dorfbachweges die Uferbefestigung instand gesetzt und das Durchlassprofil erneuert. Kosten: rund 415.000 Euro. "Die Erneuerung der Ufermauern und der Bachsohle sind bald abgeschlossen", berichtet Arnold. "Dann kommt das Durchlassbauwerk an die Reihe, was aufgrund der beengten Platzverhältnisse der schwierigste Bauabschnitt werden wird", erklärt der Bürgermeister. Zum Abschluss werden die Fahrbahn und das Geländer erneuert. Voraussichtlich Ende Oktober soll das Projekt abgeschlossen sein. "Mit der Verbreiterung des Dorfbachs auf 1,45 Meter wird der Hochwasserschutz für Anlieger verbessert", sagt Arnold. Die Befahrbarkeit des Dorfbachweges werde durch die Verbreiterung nicht eingeschränkt.

Während die Arbeiten an der Flöhatalstraße und am Borstendorfer Dorfbach nach Auskunft der Gemeindeverwaltung planmäßig und ohne Probleme laufen, seien die Bauarbeiten im Bereich Am Güterbahnhof/Rochhausmühlenweg in Grünhainichen wegen notwendiger Vorleistungen durch Dritte mit einer leichten Verzögerung begonnen worden. "Inzwischen liegen sie wieder im Plan", sagt der Bürgermeister.

Der Anschluss an die Verrohrung unterhalb der Eisenbahnbrücke sowie der erste Abschnitt der Offenlegung des Baches seien erfolgt. Nun wird das Ufer mit Steinen befestigt. Dann folgt die Erneuerung des Durchlasses. Geplante Fertig-stellung: Ende November dieses Jahres.

Ausstehende Projekte: Die Arbeiten am Koloniebach in Borstendorf haben dagegen noch nicht begonnen. "Die Maßnahme soll noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden", sagt Nadja Beirich. Ob die Sanierung des Bachbetts auch in diesem Jahr noch beginnt, sei unklar. "Wir wissen ja, wie es um die Auftragslage der Baufirmen bestellt ist", so die Bauamtsleiterin.

Das letzte Hochwasserbeseitigungsprojekt in der Gemeinde - die Erneuerung eines Durchlasses an der Chemnitzer Straße in Grünhainichen - wird vermutlich erst im Sommer 2019 in Angriff genommen werden können. "Das beginnt erst, wenn die Straßenbauarbeiten in Leubsdorf beendet sind. Denn solange führt die Umleitung über Grünhainichen." Kosten: Rund 1,74 Millionen Euro sind Nadja Beirich zufolge bisher für die Beseitigung der bei den Starkregenfällen im Juni 2013 entstandenen Schäden ausgegeben worden. "Alle Maßnahmen werden zu 100 Prozent mit Fördermitteln finanziert."

Informationen zu Bauangelegenheiten stehen auch auf der Tagesordnung der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 19.45 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Grünhainichen. Weitere Themen: Vereidigung des Bürgermeisters, Projekt "Neubau Grundschule", Einwohnerfragestunde.

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