Bei Zabag beginnt Nachhaltigkeit bereits am Werkstor

Die Grünhainichener haben erfolgreich darüber nachgedacht, wie eine Firma im Erzgebirge helfen kann, globale Herausforderungen zu meistern. Dabei spielt auch ein Drehkreuz für Fahrräder eine Rolle.

Grünhainichen.

Die Firma Zabag Grünhainichen hat gezeigt, dass ein 110 Mitarbeiter zählendes Unternehmen aus dem Erzgebirge dazu beitragen kann, globale Herausforderungen zu lösen. "Etwa wie wirtschaftlicher Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen gestaltet werden kann", sagt Michael Simon, Geschäftsführer von Zabag Security Engineering.

Für ihren Beitrag und das Engagement, das laut Simon die Planungen fürs nächste Jahrzehnt mitbestimmt, sind die Grünhainichener beim "Großen Preis des Mittelstandes" ausgezeichnet worden. Die 25.Auflage des bundesweiten Wettbewerbs stand unter dem Motto "Nachhaltiges Wirtschaften".

Neben Fakten zur wirtschaftlichen Gesamtentwicklung der Unternehmen legte die Jury ihr Augenmerk deshalb vor allem auf Aspekte wie Mitarbeiterbindung und das Engagement in der Region. 5399 mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland waren am Start. Von den 425 nominierten sächsischen Firmen wurden vier als Finalist geehrt, darunter die aus dem Gewerbegebiet des Engeldorfes.

Die Drehkreuz- und Polleranlagen, Schranken und Sicherheitstore aus Grünhainichen sorgen weltweit für Sicherheit in Botschaften, Polizeistationen, auf Flughäfen, in Hafenanlagen, Kernkraftwerken und anderen Firmengeländen, heißt es in der Begründung der Oskar-Patzelt-Stiftung, die den "Großen Preis des Mittelstandes" seit einem Vierteljahrhundert ausschreibt. Doch auch jenseits des Hochsicherheitsbereichs entwickelten die Erzgebirger kreative Lösungen, so die Stiftung mit Sitz in Leipzig weiter. So beginne Nachhaltigkeit bei Zabag bereits am Werkstor. "Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, ist Trend. Es fördert die Gesundheit und schont die Umwelt. Zudem braucht das Rad weniger Platz als ein Pkw auf dem Firmengelände", sagt Simon. Doch wie gelangt der Mitarbeiter mit dem Rad aufs Gelände, wenn eine Zugangskontrolle vorgeschrieben ist? Das Team um Chefentwickler Robyn Klotz hat dafür ein spezielles Drehkreuz entwickelt - das sogenannte Zentra-Bike. "Das Zugangssystem vereint den kontrollierten Personenzugang mit einem separaten Durchgang fürs Fahrrad. Mit einem Kartenleser oder Handtaster löst der Mitarbeiter das Drehkreuz aus. Erkennt die eingebaute Induktionsschleife gleichzeitig ein Fahrrad, öffnet sich der Durchgang automatisch und der Mitarbeiter kann samt Rad den Eingang passieren", erklärt der Geschäftsführer die Funktionsweise der Anlage, die seit zwei Monaten in Grünhainichen getestet wird. Zwischen zehn und 15 Mitarbeiter kämen mit dem Rad zur Arbeit. Da sich aus Simons Sicht immer mehr Arbeitgeber für das Fahrrad entscheiden, soll Zentra-Bike in die Produktpalette aufgenommen werden. Als besonders nachhaltig werteten die Juroren auch die Personalförderung. So werde bei Zabag für alle Mitarbeiter ein Gesundheitstag mit Fitnesscheck und Probetraining organisiert, was bis zu gesundheitsfördernden Maßnahmen für ein gesundes Arbeiten führen kann. Gemeinsame Sport- und Freizeitaktivitäten und Führungsseminare zur Förderung und Ausbildung der Sozialkompetenz kämen ebenfalls gut an.

"Höchstleistungen kann nur ein Team erbringen, das auch in Höchstform ist", meint Simon, der sich auch für seine Lehrlinge Zeit nimmt. Beim Azubi-Frühstück diskutiere er mit den Nachwuchsfachkräften über die Herausforderungen der Ausbildung. "Der offene Austausch ist mir wichtig, um einen anderen Blickwinkel auf das Unternehmen zu bekommen und den Ideen der jüngsten Mitarbeiter Raum zu geben." Punkten konnte Zabag zudem mit Engagement in der Region, etwa der Unterstützung des Jugendklubs Grünhainichen, der freiwilligen Feuerwehr, des Kindergartens und der Schule. Simon: "Das Potenzial der Region zu stärken und auszubauen, sichert auch dem Unternehmen einen attraktiven Lebensraum für seine Mitarbeiter."

Der Erfolg beim "Großen Preis des Mittelstandes" sei der Leistung aller Mitarbeiter zu verdanken, eine Auszeichnung für die gesamte Firma, so der Geschäftsführer: "Wir haben gezeigt, was man schaffen kann. Nun müssen wir weiter kämpfen, um die Liga auch halten zu können."

Weitere Preisträger aus der Region sind die Firma Unger Konfektionstechnik Sehmatal und die Beautyspa Servicegesellschaft Bad Schlema sowie die Wirtschaftsförderung Erzgebirge Annaberg-Buchholz, die den Sonderpreis "Kommune des Jahres" erhalten hat.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...