Borkenkäfer-Experte: Es wird noch schlimmer

Im Borstendorfer Revier geht es schon los: 50 befallene Bäume wurden schon entdeckt. Das ganze Ausmaß zeigt sich erst im September.

Borstendorf.

Die vier Waldarbeiter im Forstrevier Borstendorf konzentrieren sich seit wenigen Tagen ganz auf den Borkenkäfer. Das 1500 Hektar große Waldgebiet, das sich von Krumhermersdorf und Borstendorf bis nach Pockau im Süden und Mittelsaida im Osten erstreckt, gilt wegen seines im Vergleich zu höheren Lagen milden Klimas als besonders gefährdet.

Revierleiter Mischa Schubert spricht von drei bis vier Käfernestern, die bisher gefunden wurden. Ein Nest kann aus ein Dutzend Bäumen bestehen. "Im Revier haben wir schon um die 50 befallene Fichten gezählt", sagt Schubert. Die müssen gefällt und weggebracht werden, bevor aus den Larven unter der Rinde eine neue Käfergeneration heranwächst und zu den nächsten gesunden Gehölzen ausschwärmen kann.

Parallel zu diesen Arbeiten wird im Revier immer noch Holz aufbereitet, das die Stürme im Herbst und zu Jahresbeginn umgeworfen hatte. Um die Aufarbeitung im Revier kümmert sich ein privates Unternehmen. Auch das "Sturmholz" sollte rasch den Weg zum Sägewerk finden, weil es dem Insekt als Nährboden dient. Die Hoffnung von Forstleuten, dass ein Wetterumschwung in den zurückliegenden Wochen die Massenvermehrung des Borkenkäfers noch hätte bremsen können, erfüllte sich nicht. Die Bedingungen für den Schädling sind derzeit optimal. "Momentan rennen wir dem Käfer hinterher. Es wird noch schlimmer", befürchtet der Revierleiter.

Thomas Köhler von der Marienberger Forstbezirksverwaltung sieht das genauso: "Es ist offensichtlich, dass etwas auf uns zurollt." Der Vergleich mit einer Lawine drängt sich auf. Mit jeder neuen Generation steigt die Anzahl der Tiere sprunghaft an. Momentan sieht es im Forstbezirk noch relativ undramatisch aus, sagt Köhler. "Das Ausmaß des Befalls dürfte erst im September und Oktober sichtbar werden."

Kurios: Der Borkenkäfer scheint besonders in jenen Revieren auf dem Vormarsch zu sein, in denen die Sturmholzberäumung relativ zügig vonstatten ging. Thomas Köhler hat dafür eine Erklärung: "Der Käfer hat sich zuerst auf das im Wald liegende Schadholz gestürzt, das später samt Schädling entsorgt wurde. Dort, wo schon keine Bäume mehr lagen, begann er, sich gesunde Bäume auszusuchen." Der Fachmann spricht von Stehendbefall. Thomas Köhler rechnet schon in den nächsten Wochen mit einem steigenden Kontrollaufwand. Der ist nötig, um befallene Bäume zu finden.

In Mittelsachsen ist die Kreis-Forstbehörde schon in den Wäldern unterwegs, um Waldbesitzer auf den Befall und die Pflichten hinzuweisen. (mit fmu)

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