Bus-Streik: Viele Ausfälle bei Regiobus erwartet

Auch Schülerbeförderung betroffen - Mündliche Abi-Prüfungen finden statt

Mittweida/Frankenberg.

Der nunmehr dritte Warnstreik im sächsischen Regional- und Nahverkehr wird am Mittwoch wohl auch in Mittelsachsen wieder zum Ausfall vieler Busfahrten führen. Regiobus-Geschäftsführer Michael Tanne geht davon aus, dass nur vereinzelt Busse seines Unternehmens unterwegs sein werden - wie schon beim letzten Streik vor gut zwei Wochen. Auch die von Regiobus organisierte Schülerbeförderung wird laut Tanne von dem 24-stündigen Streik betroffen sein. Nicht bestreikt werden Subunternehmer, die im Auftrag von Regiobus rund ein Viertel aller Fahrten im Landkreis übernehmen.

Das Gymnasium Mittweida sei am Montag von Regiobus über den Streik informiert worden und habe dies über ihre eigene Internetseite weiterkommuniziert, sagte Schulleiter Dirk Becker. An der Schule beginnen in dieser Woche wie überall im Freistaat die mündlichen Abiturprüfungen. Sollten Schüler es aufgrund des Streiks nicht zu ihren Prüfungen schaffen, wird es laut Becker einen Nachholtermin geben. Am Frankenberger Luther-Gymnasium geht man indes nicht von Auswirkungen auf die Prüfungen aus. Da es sich um Einzelprüfungen handelt, müssen die Abiturienten über den Tag verteilt an die Schule kommen - auch zu Zeiten, wenn ohnehin keine Busse fahren, erläuterte ein Lehrer.


"Wir bedauern, dass das öffentliche Leben davon beeinträchtigt wird", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jürgen Becker am Montag auf Anfrage. Die Verantwortung dafür liege jedoch bei den Arbeitgebern, die erneut kein adäquates Angebot vorgelegt hätten. Informationen über den geplanten Warnstreik seien am Montag in Bussen verteilt worden. Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns für Facharbeiter von derzeit 12,30 Euro auf 15,66 Euro, wie er in Sachsen-Anhalt seit 1. Januar gilt. Für Auszubildende soll es eine Lohnerhöhung von monatlich 250 Euro geben. Laut Regiobus-Chef Tanne würden bei Erfüllung der Verdi-Forderungen die Lohnkosten um mehr als ein Viertel steigen. "Das ist wirtschaftlich für uns nicht darstellbar", sagte er. Die Verhandlungen gehen am Donnerstag in die nächste Runde.

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