CDU-Börner: Schritt war überfällig

Leubsdorfer votierte schon vorab für Merkel-Rückzug

Leubsdorf.

Ralf Börner aus Leubsdorf forderte bei der Kreismitgliederversammlung der CDU Mittelsachsen, Angela Merkel solle im Dezember nicht erneut zur Parteivorsitzenden gewählt werden. Über seinen erfolgreichen Antrag und den gestrigen Rückzug Merkels sprach der Ex-Bürgermeister mit Ingolf Rosendahl.

Wie fühlt man sich, wenn man eben gefordert hat, Angela Merkel müsse die Führung abgeben und dann passiert das sofort?

Ralf Börner: Man konnte nicht vorhersehen, dass es so schnell geht. Dennoch ist der Schritt folgerichtig und war lange überfällig.

Was bewog Sie zu Ihrer Forderung eines Führungswechsels?

Börner: Mir ging es um eine Mitgliederbefragung. Ich war der Meinung, dass die Delegierten, die zum Bundesparteitag fahren und dort ihr Votum abgeben, wissen sollten, wie die Mitglieder denken. Darum habe ich bei der Kreismitgliederversammlung meinen Antrag gestellt und meine Meinung gesagt, dass Angela Merkels Zeit als CDU-Vorsitzende abgelaufen ist. Es sind Fehler unterlaufen, für die jemand die Verantwortung übernehmen muss, und zwar jemand von der Parteispitze. Dass die jüngsten Wahlen für die CDU so schlecht gelaufen sind, ist kein Zufall. Auch die AfD-Erfolge sind damit zu erklären. Das muss man zur Kenntnis nehmen und Konsequenzen ziehen.

Von 120 Stimmen wurden 77 für Ihren Antrag abgegeben. Widerspiegelt dieses Verhältnis die Stimmung in der Bundes-CDU?

Börner: Ja, das glaube ich. Kursierende Umfragen sprechen dieselbe Sprache. Ich hoffe für die Bundes-CDU auf dieselbe gravierende Änderung des Politikstils, wie sie in Sachsen mit dem Wechsel von Stanislaw Tillich zu Michael Kretschmer stattfand. Das ist der richtige Weg.

Angela Merkel will weiter Kanzlerin bleiben. Wie sehen Sie das?

Börner: Die Zeit wird zeigen, was aus der Großen Koalition wird. Sie könnte bis Ende der Legislaturperiode Bestand haben. Doch die Pro-blemfelder Migration, Russland und Energiepolitik sind neu zu durchdenken. Und das ist mit einer Kanzlerin Angela Merkel kaum möglich.

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