Chef des Sommertheaters lässt im Freibad die Puppen tanzen

Die Bühne steht nur zum Teil, die Kostüme sind noch in Arbeit, und viele Mitglieder können aktuell nicht proben - Alltag für die Hobbyschauspieler aus Falkenau. Und so bereiten sie sich wie gewohnt in Ruhe auf die Premiere ihres neuen Stückes vor.

Falkenau.

Vor der Probe ist erst einmal Quatschen angesagt. Es ist Freitagabend, die Arbeitswoche steckt allen in den Gliedern. Da ist die Terrasse im idyllischen Freibad von Falkenau doch der ideale Ort, um mal abzuschalten und ein klein wenig Blödsinn zu reden. Was die Mitglieder einer kleinen Hobbyschauspieltruppe auch machen. So langsam trudelt einer nach dem anderen ein, jung und älter sitzen gemeinsam da und genießen die Abendsonne.

Auch Silvio Neumann ist dabei, im Gegensatz zu allen anderen wirkt er aber ein wenig angespannter. Schließlich muss ja gleich noch geprobt werden. Noch haben nicht alle ihre Rollen drauf, noch steht die Kulisse nur so halb, noch ist viel zu tun, damit die Premiere des neuen Stückes des Sommertheaters Falkenau am 31. August auch ein Erfolg wird. Neumann ist Drehbuchautor, Regisseur, Vereinschef und auch Strippenzieher. Letzteres in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes, denn das neue Theaterstück heißt "Marionetten".

Worum es geht, verrät der Autor traditionell nur mit vorgehaltener Hand. "Alle sollten sich selbst mal hinterfragen, ob sie in gewissen Situationen nicht auch nur Marionetten für andere sind - ob nun im privaten oder beruflichen Umfeld", gibt Neumann die Richtung vor. Ja, es wird wie schon in den vergangenen Jahren wieder ein gesellschaftskritisches Stück, das die 25 Enthusiasten auf und hinter der Bühne dem geneigten Publikum bieten wollen. Spielstätte wird wieder das Freibad Falkenau sein, in dem extra für die Hobbyschauspieler eine Bühne errichtet wird. Dieses Mal besteht sie aus zwei Teilen. Auf der einen Seite eine Straßenszenerie in irgend einer Großstadt, auf der anderen Seite die Werkstatt eines Puppenspielers.

In diese Rolle eben dieses Puppenspielers soll einer schlüpfen, der zum Sommertheater kam wie Jogi Löw zum Weltmeistertitel - eher zufällig. Denn bis vor zwei Jahren war Peter Pötzscher nur Fan des Ensembles, das seit acht Jahren verschiedene kleine Theaterstücke auf die Bühne gebracht hat. Auch im Sommer 2016 saß er im Publikum, als die letzte von drei Vorstellungen von "Das Erbe der Mary O'Brian" aufgeführt werden sollte. "Allerdings zog damals ein kräftiges Unwetter auf, also musste die Vorstellung abgesagt werden", erinnert sich Pötzscher. "Dann hieß es, dass die Vorstellung eine Woche später wiederholt wird, der Schauspieler des Pastors konnte da aber nicht." Also meldete sich der 61-jährige Falkenauer spontan, lernte innerhalb einer Woche seinen Text und gehört seitdem zum Ensemble. "Mich hat das schon immer gereizt", sagt er. "Als die Chance da war, habe ich sie gleich ergriffen. Und es macht Riesenspaß, ein Teil dieser tollen Truppe zu sein." Denn neben Aufführungen gibt es auch immer schöne Treffen im Bad.


Restkarten für Sonntag

Das neue Stück des Sommertheaters Falkenau heißt "Marionetten" und wird an drei Abenden im Freibad Falkenau aufgeführt. Premiere ist am 31. August, es folgen die Vorstellungen am 1. und 2. September.

Während die Aufführungen am Freitag und Samstag schon ausverkauft sind, gibt es für die letzte Vorstellung am Sonntagabend noch einige Restkarten. "Wir haben noch etwa 50 Karten an der Kasse des Freibades und 20 Karten im Dorfladen Falkenau", sagt Vereinschef Silvio Neumann. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder 10 Euro. (tre)

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