Cárdásfürstin soll auf die Seebühne

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Das Mittelsächsische Theater will die im letzten Jahr ausgefallene Saison an der Talsperre Kriebstein nachholen. Doch das Infektionsschutzgesetz droht, die Pläne zu durchkreuzen.

Kriebstein.

Seit fast zwei Jahren arbeitet das Mittelsächsische Theater an diesem Stück. "Die Csárdásfürstin" sollte ursprünglich schon vergangenen Sommer auf der Seebühne Kriebstein Premiere feiern. Doch coronabedingt fiel die Saison ins Wasser. Dieses Jahr soll es anders werden, hofft Intendant Ralf- Peter Schulze. Die Vorbereitungen für die Premiere am 11. Juni laufen deshalb bereits. Das Bühnenbild ist teilweise aufgebaut und für Mai sind intensive Proben geplant, berichtete Schulze am Freitag während einer Online-Pressekonferenz.

Doch der Intendant formulierte auch eine große Sorge: Dass es trotz aller vom Theater erarbeiteten Coronaschutzmaßnahmen dieses Jahr wieder nichts werden könnte mit den Vorstellungen. Denn das am Donnerstag verabschiedete bundesweite Infektionsschutzgesetz verbietet größere Veranstaltungen bei einem Inzidenzwert über 100. Seine Hoffnungen setzt Schulze daher in die Impfkampagne. Das Mittelsächsische Theater selbst wolle mit gutem Beispiel vorangehen. Diesen Sonntag sollen 30 Mitarbeiter geimpft werden, kündigte er an.

"Theater ist da, um zu spielen", betonte Schulze. "Und das wollen wir auch unbedingt tun." Sein Haus unterstütze alle sinnvollen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Er wünsche sich allerdings, dass bei Öffnungsszenarien stärker zwischen innen und außen differenziert würde, da das Ansteckungsrisiko unter freiem Himmel nach allen Erkenntnissen deutlich geringer sei als in Innenräumen.

Landrat Matthias Damm (CDU) bedauerte, dass das neue Bundesgesetz Bemühungen vor Ort ausblendet. "Alle Beteiligten haben ihre Hausaufgaben gemacht", sagte er mit Blick auf das Hygienekonzept des Theaters. Dieses sieht laut Geschäftsführer Hans Peter Ickrath vor, dass Besucher einen aktuellen negativen Coronatest oder eine Impfung gegen das Virus nachweisen müssen. Alle dann gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen werde das Theater erfüllen, kündigte er an.

Um am Einlass niemanden wegschicken zu müssen, der keinen Test vorweisen kann, setzt sich das Theater gemeinsam mit Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) für ein Testzentrum direkt auf dem Talsperrenparkplatz ein. "Das würde auch der Burg zugutekommen", sagte die Bürgermeisterin.

Mindestens 26 Aufführungen der "Csárdásfürstin" sind laut Schulze auf der Seebühne geplant. Wie viele Zuschauer dabei sein können, hängt von den gültigen Auflagen ab. "Normalerweise fasst die Seebühne bis zu 900 Besucher", erklärte er. "Mit Abstandsregelungen können bis zu 500 Gäste kommen." Selbst diese Gästezahl hält er jedoch für zu hoch gegriffen. Eröffnet werden soll die Seebühnensaison am 23. Mai mit einem gemeinsamen Konzert der Band Soulworker und der Mittelsächsischen Philharmonie. Wenige Tage später sollen die Firebirds an der Talsperre spielen. Geplant sind zudem verschiedene Open-Air-Veranstaltungen in Freiberg und Döbeln, darunter kleinere Konzerte am Freiberger Obermarkt und vom Döbelner Rathausbalkon, aber auch Operettenabende und Musiktheater für Kinder an verschiedenen Orten. Ab Juli soll das ehemalige Silberbergwerk "Alte Elisabeth" in Freiberg mit Shakespeares "Sommernachtstraum" bespielt werden.

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