Das Ende einer Ära: Betreiber des "Prinz Albert" hören auf

Seit dieser Woche bleibt die Küche der Gaststätte mit Pension in Eppendorf kalt. Für die Zukunft des traditionsreichen Hauses gibt es Ideen, jedoch keine konkreten Zusagen. Einmal noch soll ganz groß gefeiert werden.

Eppendorf.

Noch herrscht Alltag im "Prinz Albert". Uta Berthold beseitigte am Dienstagvormittag die letzten Spuren einer Geburtstagsfeier, die am Wochenende im kleinen Saal stattfand. Zudem brachte sie die Zimmer im Obergeschoss auf Vordermann - dort hatten die Gäste der Fete übernachtet. "In den kommenden Wochen haben sich noch die einen oder anderen Übernachtungsgäste angemeldet, außerdem soll es ja überall so schön wie möglich aussehen", sagt Berthold auf die Frage, warum sie überhaupt noch putzt.

Denn seit dem 1. April ist das Gasthaus im Zentrum von Eppendorf offiziell geschlossen, am Sonntag war letztmalig öffentlicher Betrieb in der Gaststätte. "Es fällt uns nicht leicht, aber wir haben einfach nicht mehr die Kraft, ein so großes Haus allein zu bewirtschaften", sagt Uta Berthold. Ihr Mann Lothar führte das "Prinz Albert" seit 1986, vier Jahre später stieg auch die heute 61-Jährige mit ein. "In Anlehnung an den Standort direkt am Albertplatz haben wir dem Haus diesen Namen gegeben", blickt die Gastwirtin zurück. Aus der einstigen Gaststätte der Handelsorganisation (HO) der DDR machte das Ehepaar ein Gasthaus mit Saal und neun Zimmern.

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"In den 1990er-Jahren haben wir ein Vermögen in das Haus gesteckt. Von diesen Investitionen ist heute leider nicht mehr viel zu sehen", sagt Uta Berthold, die auch an schwere Zeiten zurückdenkt. "Wir haben das Haus immer mit Freude geführt, standen zwischenzeitlich aber auch kurz vor dem Aus", sagt sie und wird nachdenklich. "Jetzt, da es wirtschaftlich wieder gut läuft, müssen wir aufhören." Zu kompliziert sei es, Aushilfskräfte für den Service zu finden, auch stand Uta Berthold bis zuletzt noch selbst am Herd. "Es reicht jetzt. Wir freuen uns auf eine ruhigere Zeit", sagt sie. Ehemann Lothar ist bereits seit Januar im Ruhestand.

Bis es wirklich ruhiger wird, steht noch viel Arbeit an. Zum einen muss das komplette Haus mit den vielen Zimmern und Veranstaltungsräumen - der einstige riesige Saal wurde im Laufe der Jahre in mehrere kleinere Räume umgebaut - leer geräumt werden. Und auch eine letzte große Fete ist noch geplant. "Mit Tanzmusik für alle Generationen, die in den vergangenen Jahrzehnten hier gefeiert haben", sagt Uta Berthold.

Und danach? "Wir haben im Moment zwei Interessenten, die auch gute Konzepte vorgelegt haben", sagt die scheidende Besitzerin. "Bis zum Herbst wollen wir eine Lösung gefunden haben." Eppendorfs Bürgermeister Axel Röthling hofft, dass es weitergeht. "Wir als Gemeinde können dabei als Berater fungieren - selbst übernehmen können wir das Haus leider nicht. Die nötige Sanierung ist einfach zu teuer", sagt er.

Die Abschiedsparty im "Prinz Albert" in Eppendorf findet am 13. April ab 20 Uhr statt.Reservierungen werden unter Rufnummer 037293 253 entgegengenommen.

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