"Das klingt nach einer unbeschwerten Zeit"

Junge Aktive sind von den ehemaligen Wintersportlern beeindruckt- Sie staunen über die Sprünge ohne Helm und Verabredungen ohne Handy

Augustusburg.

Von den Jungen weiß das kaum einer. Bis Anfang der 1970er- Jahre konnte man in Augustusburg auf Weitenjagd gehen. Unterhalb des Buschgartens und etwas abseits des Bärengartenwegs sind die letzten Reste der Skisprungschanze zu finden: Erhalten sind der steinerne Schanzentisch und Überbleibsel eines Kampfrichterturms.

"Hier wurde aber vor Jahrzehnten schon Erde aufgefüllt. Früher ging es viel weiter in die Tiefe", erzählt Matthias Moser vom Skiclub Augustusburg. Der Augustusburger initiierte das Treffen zwischen ehemaligen Skispringern und dem Nachwuchs des Skiclubs seiner Stadt: "Es leben noch etwa 15 bis 20 Sportler, die damals diese Schanze ständig nutzten."


Ziel des Treffens war, dass Weitenjäger von einst mit den jungen Wintersportlern von heute ins Gespräch kommen. Es sei die Pflicht und der Respekt gegenüber denjenigen, die damals diese Skischanze genutzt und auch gepflegt haben, so der Vereinsvorsitzende weiter. Gefördert wird dieser Austausch von Alt und Jung durch das Programm "Spurensuche", aufgelegt von der Sächsischen Jugendstiftung. Diese unterstützt mit Workshops sowie Projekttreffen zivilgesellschaftliches Engagement junger Sachsen. "Der thematische und inhaltliche Fokus liegt dabei auf dem Erforschen und Erkunden regionaler sowie lokaler, historischer Ereignisse im Rahmen von Jugendprojekten mit schulischer und außerschulischer Anbindung", heißt es dazu auf der Internetseite der Stiftung.

"Ich fand die Gespräche interessant", sagt Felix Walther. Der 17-Jährige war mit seiner Schwester Stella sowie weiteren aktiven Sportlern beim Treffen erschienen. "Es hört sich komisch an, wenn die alten Skispringer erzählen, dass sie früher zum Beispiel ohne Helm gesprungen sind", sagt Felix Walther. Mit welchen Ski-Bindungen man damals die weiten Sprünge wagte, findet Rocco Fleischer besonders respektabel. "Dass die Bretter bei der Landung nicht abgeflogen sind, ist erstaunlich", so der 17-Jährige. Worüber sich alle Drei wundern: Dass man sich früher einfach so nachmittags zum Skispringen traf. Erstens, "weil es so nach einer unbeschwerten Zeit klingt, wenn man sich täglich verabredete", sagt Felix Walther, und weil man sich ohne Handy trotzdem pünktlich und an der richtigen Stelle traf. Nach drei, vier Sprüngen war aber Schluss, denn die Sportler mussten die schweren Skiern bergauf schleppen. "Das wäre mir zu anstrengend gewesen. Ich hätte mir das Springen an dieser Schanze vermutlich sowieso nicht getraut", sagt Stella Walther. (cdo)

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