Dauercampen zwischen Großstadt und Dorf

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Urlaub ganz nah: Wohnmobile sind gerade schwer in Mode. Zunehmend machen sie auch am Naturbad Niederwiesa Halt. Und der Betreiber des Campingplatzes baut mit Hochdruck weiter. Auch für Baucontainer hat er Pläne.

Niederwiesa.

Auf dem Campingplatz am Naturbad Niederwiesa sind die Arbeiten in vollem Gange. Die Hausmeister und Handwerker erledigen die letzten Handgriffe am neuen Sanitärhaus, das in den nächsten Wochen fertig sein soll. Dann, so sagt Chef Frank Buschbeck, haben es die Camper ein wenig luxuriöser. "Der Weg zur Dusche, zur Toilette und zum Spülplatz ist dann kürzer." Gleich unterhalb der 50Dauerstellplätze und der 25 Plätze für Besucher, die mit ihrem Camper nur einige Tage in Niederwiesa bleiben wollen, wurde das Holzhaus gebaut. Alles in Eigenregie - so wie auch alles andere, was in den vergangenen 16Jahren am Naturbad entstanden ist.

Gekauft hat Frank Buschbeck das Areal bereits 2004. Damals, so erinnert sich der 40-Jährige, war die Wiese, auf der nun die kleinen Häuschen, Volleyballplätze und ein kleiner Fußballplatz sind, zugewuchert. "Wir haben zuerst die Bäume gefällt und an anderer Stelle neue gepflanzt. Anschließend haben wir alles selbst erschlossen, um Wasser und Strom zu haben", sagt er. Geplant war eigentlich ein Ort für Konzerte. Eine kleine Bühne, aufgeschüttet aus Erde, die mittlerweile mit Gras bewachsen ist, lässt die einstigen Pläne noch erahnen. Doch umgesetzt worden sind sie nicht. Dafür aber ist 2010 ein Campingplatz mit fünf Plätzen zum Feiern entstanden.

Und ein sechster soll entstehen. Zwischen der Grillhütte und dem großen Festzelt, in dem vergangenes Jahr ein Oktoberfest stattfand, steht ein zweites, größeres Holzhaus. "Daraus soll eine Gaststätte zum Vermieten werden. Anfang nächsten Jahres soll der Bau fertig sein", sagt der Niederwiesaer. Dann haben die Mieter eine voll ausgestattete Küche und einen Gastraum für ihre privaten Feiern. "Unsere Eventlocations werden gut genutzt. Es sind viele Leute aus der Umgebung, die ihre Feiern hier ausrichten. Es bietet sich an, man stört hier keinen und hat seine Ruhe, denn die anderen Gäste stören sich gegenseitig nicht", erklärt Buschbeck.

Es sind auch viele Leute aus der näheren Umgebung, die ihre Wohnmobile auf dem Campingplatz geparkt haben. "Unsere Stellplätze sind in dieser Saison ausgebucht. Und auf den Tagesplätzen gibt es in der Woche mehrere Wechsel. Die Nachfrage ist in diesem Jahr sehr gestiegen." Das liegt auch daran, dass wegen der Coronapandemie viele Familien ihren geplanten Urlaub im Ausland streichen mussten. Sie verbringen die Ferien nun in Niederwiesa.

Zumindest der Teich am Campingplatz Niederwiesa, in den man bei heißen Temperaturen seine Füße hineinhalten kann, mindert das Fernweh ein wenig. Andere Gäste kommen regelmäßig in die alte Heimat zurück. Wie eine Familie aus Potsdam. "Ich komme ursprünglich aus Chemnitz, lebe aber schon viele Jahre nicht mehr hier. Aber die Gegend ist schön, und auch hier lässt sich die Zeit gut verbringen", sagt die Mutter und fügt an: "Hier ist immer jemand da und ansprechbar. Es ist sehr familiär. Auch das gefällt uns gut." Neben den Wohnwagen können die Gäste künftig auch in Tiny Häusern unterkommen: "Wir haben uns alte Container besorgt, die wir nun umbauen", sagt Frank Buschbeck. Mit Fenstern in den Metall-Wänden, Strom und Wasser sowie einer guten Dämmung sollen die beiden Häuser, entstanden aus Baustellencontainern, im kommenden Jahr zur Vermietung stehen.

Genau so soll auch ein alter Bauwagen neu gestaltet werden. Und wer doch lieber klassisch mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kann ab 2021 eins bei Frank Buschbeck mieten.

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