Der Stein des Anstoßes

An der Leubsdorfer Hauptstraße wird gebaut. Es gibt für Anlieger eine provisorische Umleitung. Die nutzen aber auch Lkw. Sehr zum Ärger der Anwohner.

Dieser Betonblock auf dem Wanderweg in Richtung Bahnhof wurde vor einigen Tagen aufgestellt und sorgte zunächst für Verwirrung.
Inzwischen wurde das temporäre Hindernis versetzt und mit einer Warnbake versehen. Es soll verhindern, dass Ortsunkundige in einer Sackgasse landen.
Weil es sich nicht um eine offizielle Umleitung handelt, gibt es kein Verkehrsschild. Ein Bewohner der Straße Zur Schloßmühle hat deshalb dieses Behelfsschild gemalt.

Von Knut Berger

Das Wohngebiet an der Straße Zur Schloßmühle in Leubsdorf liegt idyllisch am Ufer der Flöha. Doch mit der Ruhe ist es für die Bewohner vorbei. Grund dafür ist die Vollsperrung der Hauptstraße, weil dort zunächst eine Stützmauer errichtet und anschließend die Fahrbahn saniert wird.

Um zum Beispiel Eltern, die ihre Kinder in die Leubsdorfer Kindertagesstätte bringen wollen, einen täglichen großräumigen Umweg zu ersparen, wurde eine provisorische Fahrbahn errichtet. Dabei handelt es sich aber nicht um die offizielle Umleitung, zudem ist diese Strecke für Lkw gesperrt. "Doch das interessiert niemanden. Das Teilstück wird von vielen Fahrzeugen genutzt, auch von Sattelaufliegern und Wohnmobilen. Und da sich die Fahrer nicht auskennen, landen sie immer öfter in unserer kleinen Straße, die als Sackgasse endet", sagt ein Anlieger, der die Nase über den enorm gestiegenen Verkehr voll habe.

Da es sich im Bereich Zur Schloßmühle jedoch nicht um eine offizielle Umleitung handelt, wurde kein entsprechendes Straßenschild angebracht. Deshalb fertigte das Ehepaar, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sein "privates" Umleitungsschild an. "Wer die hier zulässigen 30 km/h fährt, kann diesen Hinweis sicherlich sehen. Doch es hält sich ja kaum jemand an die bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung", ärgert sich der Anwohner.

So richtig in Wallung kam sein Blut vor wenigen Tagen, als ein als offizieller Wanderweg in Richtung

Bahnhof gewidmeter breiter Pfad mit einem Betonblock verstellt wurde. "Dieser war zunächst ohne weitere Kennzeichnung eingerückt und mitten auf den Weg gestellt worden, der von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. Das stellte zweifellos eine große Gefahr dar", schüttelt der Bewohner den Kopf. "Vielleicht wäre eine Vorabinformation der handelnden Personen an die Anwohner hilfreich gewesen", so der Leubsdorfer.

Bürgermeister Dirk Fröhlich (CDU) kann den Ärger über den Lkw-Verkehr auf der engen Straße nachvollziehen, entgegnet aber: "Wir haben weit vor dem Bereich Zur Schloßmühle auf allen Anfahrtsstraßen mehrere Schilder aufgestellt, die auf eine Sackgasse sowie ein Fahrverbot für Lkw hinweisen. Wenn die Kraftfahrer sich nicht daran halten, ist das ärgerlich, aber sicherlich kein Verschulden der Gemeindeverwaltung." Er habe das Problem auch schon dem für die Gemeinde zuständigen Bürgerpolizisten mitgeteilt. Inwiefern die Polizei diesbezüglich aktiv wurde, konnte Fröhlich nicht sagen.

Durch Mitarbeiter des Bauhofes ist gestern unmittelbar vor der Zufahrt zur Wohnbebauung an der Schloßmühle ein weiteres Sackgassenschild aufgestellt worden. "Damit kommen wir der Bitte des Anliegers nach", sagt der Bürgermeister. Auch der Betonklotz, der auf Initiative der Gemeinde platziert wurde, habe seine Berechtigung. Kraftfahrer, die aus Richtung Ratiomat Küchenmöbel die Strecke fahren und zu spät abbiegen, landen nämlich unter Umständen auf dem Wanderweg, der ebenfalls über keine Wendemöglichkeit verfügt. "Mindestens ein Kraftfahrer beschädigte sein Fahrzeug beim Versuch, den Weg wieder zu verlassen", sagt Fröhlich.

Um zu verhindern, dass Ortsunkundige dort einbiegen, wurde dieses temporäre Hindernis aufgebaut. Die Mitarbeiter des Bauhofes haben mittlerweile das Betonteil noch einmal versetzt und mit einer Warnbake versehen. "Wenn die Bauarbeiten auf der Hauptstraße beendet sind, kommt der Klotz auch wieder weg", versichert das Gemeindeoberhaupt. Doch bis wieder Ruhe an der Schloßmühle einzieht, wird noch viel Wasser die Flöha hinabfließen.

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