Der Traum vom schönen Bad

Sie hatten sich so viel vorgenommen: Nach dem Kauf eines alten Hauses wollten Stefanie Lojewski und ihr Mann als nächstes das heruntergekommene Badezimmer umbauen. Der Tod ihres Partners hat die vierfache Mutter hart getroffen. Allein kann sie ihre Pläne nicht schaffen.

Oederan.

Und wenn es nur ein paar kleine Aufkleber neben dem Spiegel sind - Stefanie Lojewski hat versucht, irgendwie etwas Farbe und auch etwas Leben in ihr Badezimmer zu bekommen. So wirklich gelungen ist ihr das nicht. Kein Wunder: Die Fliesen sind alt und vergilbt, die Rohrleitungen sind gar nicht oder nur teilweise verkleidet, die Deckenverkleidung hat Löcher, die sanitären Anlagen sind in schlechtem Zustand. "Hier kann man sich gar nicht wohlfühlen", sagt die 29-Jährige. "Das Bad wäre unser nächstes großes Projekt gewesen", sagt sie.

Vor zweieinhalb Jahren sind Stefanie Lojewski und ihr Mann in das Haus mitten in Oederan eingezogen. Es gehörte damals noch ihrer Tante und ihrem Onkel, mittlerweile haben sie es gekauft und in den Wohnräumen erste Arbeiten geschafft. "Als Kind war das mein zweites Zuhause, ich war sehr oft bei meiner Tante und meinem Onkel zu Besuch", blickt sie zurück. Gemeinsam mit ihrem Mann kam sie 2016 zurück, hatte große Pläne. "Wir wollten es Stück für Stück renovieren und es zum Zuhause für unsere Familie machen", sagt die Oederanerin. Doch das Schicksal schlug mit aller Härte zu. Drei Wochen nach der Geburt des vierten gemeinsamen Kindes starb Stefanie Lojewskis Mann André unerwartet und aus ungeklärter Ursache. Für die 29-Jährige war das der zweite Schock innerhalb kurzer Zeit, denn nur knapp zwei Monate zuvor war ihr geliebter Stiefvater verstorben.

"An Renovierungsarbeiten in unserem Haus ist seitdem natürlich nicht mehr zu denken", sagt Stefanie Lojewski. "Mir fehlt die finanzielle Unterstützung meines Mannes - wir hatten gemeinsam gespart, um das Bad schön zu machen. Dazu fehlt natürlich auch André selbst, denn er hat immer viel mit angepackt. Gemeinsam mit seinem Vater wollte er so viele Arbeiten wie möglich selbst erledigen, um so viel Geld wie möglich zu sparen."

Neben der Trauer um zwei geliebte Menschen und der schweren Aufgabe, plötzlich allein für vier Kinder da sein zu müssen, blieb Stefanie Lojewski also auch ein Badezimmer, in dem sich weder sie noch ihre Kinder wohlfühlen können. "Das ist der erste Raum, den man frühmorgens betritt. Und da ist es natürlich deprimierend, wenn der so aussieht", sagt die vierfache Mutter. Großen Luxus hatte sich die Familie nicht vorgestellt. Die alten Fliesen sollten von der Wand, die Rohrleitungen verkleidet werden. Die alte Badewanne sollte raus, um Platz für die Waschmaschine zu schaffen. Eine neue Dusche sollte rein, dazu eine neue Toilette und ein neues Wasch- becken. "Wir wollten einfach ein normales und schönes Bad haben. Mehr nicht. Aber im Moment ist daran nicht zu denken", sagt Stefanie Lojewski. "Freie Presse" will nun versuchen, der Familie den Traum vom schönen Bad mithilfe von Spendengeld der Aktion "Leser helfen" zu verwirklichen, um den Alltag der fünf Oederaner wenigstens ein bisschen leichter zu gestalten.

www.freiepresse.de/leserhelfen

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