"Die Graskarpfen fehlen"

Debatte um den Algenteppich auf dem Unteren Kreuzteich: Betreiber des "Schwanenschlösschens" widerspricht der Stadt.

Freiberg.

Dass möglicherweise Vögel oder aus Aquarien entsorgte Fische für den Netzalgenteppich auf dem Unteren Kreuzteich von Freiberg verantwortlich sein sollen, diese Aussage der Stadt will Sanja Koch, der die Gaststätte "Schwanenschlösschen" am Teich führt, nicht hinnehmen. Die Verwaltung hatte auf "Freie Presse"-Nachfrage erklärt, dass die auf dem Teich schwimmende gelb-braune Schicht eine eingeschleppte, ungefährliche Grünalgenart sei. Verantwortlich sein könnten eben Aquarienfische oder auch Einträge von Wasservögeln.

Sanja Koch, der als Aquarianer zudem das "Tropicus"-Geschäft betreibt, widerspricht: "Seit 2018 fehlen im Teich die Graskarpfen. Die Grünfresser haben die Algen bisher vertilgt." Bis zu einer Augustnacht 2018. Damals brachen im Teich die Bretter, die das Wasser anstauen. Morgens lagen die Graskarpfen tot auf dem Grund. Sie wurden von der Feuerwehr eingesammelt. Zwar wurde der Kreuzteich nach der Reparatur des Schadens wieder gefüllt, doch nun fehlen die Fische. Der biologische Kreislauf im Wasser sei unterbrochen. Die Erklärung Kochs hält auch Professor Hermann Heilmeier vom Institut für Biowissenschaften an der TU Bergakademie für plausibel. "Graskarpfen sind dafür bekannt, dass sie das Gewässer, in dem sie leben, sauberhalten", erklärt der Botaniker. An einen solchen Algenbefall auf dem Teich wie jetzt könne er sich nicht erinnern.

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1Kommentare
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    Tauchsieder
    24.08.2019

    Sanja Koch, Aquarianer, da hätte ich mir nicht so einen Unsinn als Antwort erwartet.
    Diese sogenannten Amurkarpfen gehören ausgerechnet nicht zu einem biologischen Kreislauf, dies sind Neophyten und stammen aus Asien. Dazu gehören auch die Silberkarpfen, denen man das Gleiche unterstellt. So etwas hat man schon zu DDR-Zeiten versucht und ist damit kläglich gescheitert ein Gewässer von Algen zu befreien. Da sollte man sich doch mal mit der Lebensweise in ihren ursprünglichen Herkunftsländern befassen und als Aquarianer kann man dies voraussetzen.



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