Die Neue im Flöhaer Forst

Für 4000 Hektar Wald - eine Fläche von der Größe Mittweidas - ist Juliane Klein zuständig. Sie will die Waldbesitzer in die Pflicht nehmen, um den Borkenkäfer zu vertreiben.

Flöha.

Im Forstbezirk Chemnitz sind Frauen eine Rarität. In 13 Revieren sind nur zwei Frauen tätig. Eine davon ist jetzt Juliane Klein: Die 30-Jährige hat Anfang Juli die Leitung des Flöhaer Reviers übernommen, dass sich vom Chemnitzer Umland bis nach Oederan erstreckt. Vor allem Waldbesitzer sollen von dem Wissen der Försterin profitieren.

Juliane Klein betreut die privaten, kommunalen und kirchlichen Wälder in dem Revier. Auf 4000 Hektar Fläche sind das 1600 verschiedene Besitzer in 14 Orten, unter anderem in Flöha, Augustusburg, Brand-Erbisdorf und Frankenberg. Diesen will die 30-Jährige vor allem beratend zur Seite stehen. "Die meiste Zeit meines Arbeitstages verbringe ich damit, die Waldbesitzer bei der Waldpflege zu unterstützen. Ich berate sie kostenlos, wie sie beispielsweise mit dem Schadholz auf ihren Flächen umgehen sollen", erzählt sie.


Die Beseitigung des Schadholzes wird wohl die Mammut-Aufgabe für die neue Revierleiterin, der Borkenkäfer treibt auch in den hiesigen Wäldern sein Unwesen. "Der Schaden in diesem Jahr ist enorm. Wir verzeichnen bisher 100.000 Festmeter Schadholz im Forstbezirk - dabei hat die Saison des Borkenkäfers erst im Juni begonnen", sagt Bernd Ranft, Leiter des Staatsforstbetriebes im Forstbezirk Chemnitz. Begünstigt werde die Käferplage auch durch anhaltende Trockenheit und vermehrte Sturmschäden.

Im Umgang mit dem Schädling müssen die Waldbesitzer geschult werden, erklärt die Försterin. Denn: Eigentum verpflichtet, und das Schadholz muss raus aus dem Wald. Angestrebt sind Gruppenberatungen mit mehreren Teilnehmern. Der Grund dafür ist einfach: "Der Befall trifft alle Waldbesitzer. Jeden einzeln zu beraten, dafür fehlt mir leider gerade die Zeit", sagt die gebürtige Thüringerin.

Auch die anstehenden Arbeiten nach der Schadholzbeseitigung werden anstrengend: Die abgeholzten Flächen sollen wieder neu bewaldet werden, kündigt Klein an. Waldbesitzer kennenlernen und Vertrauen bilden stehen auch auf ihrer Aufgabenliste: "Förster sind meist über lange Zeit in einem Revier tätig. Das ist auch wichtig, gerade wenn man private Wälder betreut. Die Menschen vertrauen mir ihr Eigentum an - da sind eine gute Beziehung und Vertrauen wichtig", erklärt sie.

Juliane Klein stammt zwar aus einer Jägerfamilie, in die Wiege gelegt wurde ihr der Forstberuf allerdings nicht. Sie fand erst über Umwege zu einem Forstwirtschafts-Studium im brandenburgischen Eberswalde. 2017 kam sie dann zum Sachsenforst und absolvierte eine einjährige Ausbildung im gehobenen Forstdienst und wurde Forstbezirksassistentin von Manfred Körner, ihrem Flöhaer Vorgänger. Seit Mai dieses Jahres leitete sie nach dessen Ruhestand das Revier kommissarisch, seit Juli als Chefin. "Auch wenn die Forstwirtschaft noch eine Männerdomäne ist, haben mich alle Kollegen nett aufgenommen. Auch mit Vorurteilen wurde ich noch nicht konfrontiert", sagt sie.

Eine Sprechstunde von Juliane Klein findet donnerstags von 15 bis 18 Uhr im Forstamt Flöha, Augustusburger Straße 87 statt, Telefon 03726-582416.

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