"Die Striegis sieht gut aus"

Wildfremde Menschen einfach ansprechen und fragen, was sie da tun, gehört sich eigentlich nicht. "Freie Presse" macht es trotzdem. Heute: Björn Leimbach (links) und Matthias Kreßner an der Striegis bei Wingendorf.

Was machen Sie denn da?

Björn Leimbach: Wir nehmen Wasserproben aus der Striegis in der Nähe des Oederaner Ortsteils Wingendorf.


Und warum?

Weil wir den Auftrag dazu vom Landesamt für Umwelt und Geologie bekommen haben. Wir arbeiten für die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft und überprüfen Fließgewässer und Seen in ganz Sachsen.

Was genau wird da überprüft?

Kurz gesagt, wird getestet, ob das Wasser auch sauber ist. In der Fachsprache heißt das, wir überprüfen das Gewässer unter anderem auf chemische und biologische Bestandteile. Es wird also geschaut, ob das Wasser verunreinigt wurde. Durch illegale Entsorgung zum Beispiel oder auch durch den Altbergbau.

Sie sind also die Wasserpolizei?

Nein, genau das nicht. Wenn wir unterwegs sind, kommen manchmal auch Leute auf uns zu, die irgendjemanden wegen vermeintlicher Umweltsünden anzeigen wollen. Dafür sind wir aber nicht die richtigen Ansprechpartner. Wir sind nur die Jungs, die im Auftrag des Landesamtes die Wasserproben nehmen. Auch die Ergebnisse der Untersuchungen kennen wir nicht.

Aber Sie gewinnen einen ersten optischen Eindruck des Wassers. Wie steht es um die Striegis?

Auf den ersten Blick sieht das gut aus. Aber mehr können wir wirklich nicht sagen. Vor Ort überprüfen wir unter anderem noch den Sauerstoffgehalt sowie den pH-Wert - also das Maß für den sauren oder basischen Charakter des Wassers. Anschließend bringen wir die Proben gut gekühlt ins Labor. Der Zustand des Wassers soll bei der finalen Untersuchung so originalgetreu wie möglich sein.

Was wird mit den Ergebnissen gemacht?

Die werden ausgewertet und dann wird geschaut, ob die Werte der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union entsprechen. Im Übrigen kann sich jeder auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt und Geologie über die Wasserqualität informieren.

Wo geht es heute noch hin?

Wir nehmen noch Proben in der Bobritzsch und am Roten Graben bei Freiberg. Dort werden wir definitiv Reste des Altbergbaus finden.

Gibt es bei der aktuell sehr trockenen Wetterlage eigentlich an einigen Stellen auch Probleme, überhaupt noch Wasser zu finden?

Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber zurzeit haben wir tatsächlich fast überall Niedrigwasser. Auch hier in der Striegis ist das schon der Fall.

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