Dieser Mann hat die letzte Pflanze der Erde vernichtet

Er hat keinen Hauptpreis gewonnen. Dennoch ziert ein Werk von Jan Kunz die Titelseite des Kataloges der besten Karikaturen im deutschsprachigen Raum. Wie kam es dazu?

Flöha.

Ein Mann steht vor seinem Haus. Hinter ihm ist nur Brachland. Kein Baum, kein Strauch, kein Lebewesen. Nur die Sonne. Der Mann "kümmert" sich um seinen Garten: Er tötet die letzte Pflanze weit und breit mit Gift. Dieses Bild des Karikaturisten Jan Kunz aus Flöha-Plaue, Lesern der "Freien Presse" seit Jahren gut bekannt, wurde auf besondere Weise geehrt: Es ziert die Titelseite des Katalogs des Deutschen Karikaturenpreises. Dieser wurde vergangenen Sonntag in Dresden verliehen. Die Jury wählte aus über 1100 Werken von 258 Künstlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die besten Einsendungen. Diesjähriges Thema: "Prima Klima". Einen Hauptpreis gewann Kunz zwar nicht, doch auf dem Titelblatt zu sein, sei eine "riesige Ehre".

Doch wie kommt es, dass sein Werk auf der Titelseite landete, ohne einen Preis zu gewinnen? Katerina Lohse, Projektleiterin des Deutschen Karikaturenpreises, erklärt: "Wir wählen die Titelkarikatur danach aus, ob sie das Motto gut und verständlich auf den Punkt bringt." Die Entscheidung dafür werde auf der Sitzung für den Katalog gefällt. Einzige Bedingung sei, dass die Zeichnung in die engere Auswahl der Jury gekommen sei - was im Fall von Kunz zutraf.

Gewonnen hat hingegen der Pirnaer Axel Bierwolf mit seinem Motiv "Flucht der Regenwürmer". Darauf zu sehen sind Regenwürmer in einem Raumschiff. Durch ein Fenster blicken sie auf die Erde. Der Kommandant fordert seine Mannschaft auf: "Also gut, wir brechen ab - holt unsere Jungs da raus!" Eine gute Wahl der Jury, findet Jan Kunz. "Bei der Karikatur musste ich wirklich lachen."

Kunz war nicht zum ersten Mal auf der Preisverleihung in Dresden. "Es ist schön, die Kollegen einmal im Jahr zu treffen." Vor dem Festakt gebe es einen Stammtisch, bei dem sich die Kreativen austauschen können. Über Politik werde dabei allerdings nicht geredet, eher über Fußball. Kunz mag übrigens Borussia Dortmund.

Doch wenn er zum Thema Klimawandel zeichnet, wie steht er persönlich zum Thema? Sieht er einen Ausweg aus der Krise? "Klar mache ich mir darüber Gedanken", so Kunz. Aber was wirklich dagegen hilft, das kann ich nicht sagen." Seine Aufgabe als Zeichner sei es auch weniger, Antworten zu liefern. Vielmehr gehe es ihm darum, den Finger in die Wunde zu legen -und Denkanstöße zu liefern. Regelmäßig macht er das auch in der "Freien Presse".

Die Ausstellung zum Karikaturenpreis läuft bis zum 23. Februar im Foyersaal des Hauses der Presse in Dresden, Ostra-Allee 20. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Weitere Informationen auf der Internetseite: www.deutscherkarikaturenpreis.de

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