Drei Klassen stehen unter Beobachtung

Die Kreisbehörde vermeldet am Freitag den stärksten Neuanstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Betroffen ist auch das Freiberger Schollgymnasium.

Freiberg.

Klassen von drei Schulen im Landkreis werden nach Coronafällen getestet oder stehen unter Beobachtung. Das Landratsamt hat am Freitag den höchsten Neuanstieg von Infektionen von einem Tag auf den anderen seit Beginn der Pandemie in Mittelsachsen gemeldet. So wurden laut Mitteilung 21 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. 14 stammen aus dem Altkreis Mittweida, sechs aus dem Altkreis Freiberg und einer aus dem Altkreis Döbeln. Insgesamt gab es bisher 540 bestätigte Fälle.

Fälle in Schulen: Betroffen sind auch Einrichtungen in Mittelsachsen. So ist eine Klasse der Grundschule Geringswalde in Quarantäne, zwei Klassen sind unter Beobachtung. Das heißt laut Landratsamt, dass Personen, die Symptome entwickeln, verpflichtet sind, sich unverzüglich bei einem Arzt zu melden. In Freiberg gab es einen Fall am Gymnasium. Eine Klasse der Grundschule Mohsdorf wird am Samstag im Gesundheitsamt getestet. Geschlossen ist ferienbedingt aber keine der Schulen. In Waldheim hat das Gesundheitsamt am Freitag Bewohner eines Wohnheims getestet.

Maskenpflicht im Schollgymnasium: Am letzten Schultag vor den Herbstferien, waren schon 81 Schüler des Freiberger Gymnasiums "Geschwister Scholl" vom Unterricht befreit. Grund: Eine Lehrerin wurde positiv auf Covid-19 getestet, hat aber bislang keine Symptome. Die Pädagogin hatte sich einem Coronatest unterzogen, weil sie Kontakt mit einer coronainfizierten Person hatte. Eine fünfte und zwei sechste Klassen wurden vom Gesundheitsamt unter Beobachtung gestellt. "Am Donnerstagnachmittag habe ich entschieden, dass die Kinder am Freitag zu Hause bleiben. Die Eltern wurden informiert. Eine Notbetreuung für Freitag haben wir für die Kinder angeboten, wurde aber nicht in Anspruch genommen", so Schulleiterin Kerstin Salomon am Freitagnachmittag auf Anfrage von "Freie Presse". Sie fügte hinzu: "Ich hoffe, dass nach den zweiwöchigen Ferien alle wieder gesund und munter da sind." Eine weitere Lehrerin sei vom Gesundheitsamt als Kontaktperson der coronainfizierten Lehrerin ermittelt worden. Das Ergebnis ihres Coronatests liege aber bisher nicht vor.

Schon bisher mussten Lehrer und Schüler im Schollgymnasium auf den Gängen Mund-Nasen-Schutz tragen. Im Klassenzimmer darf der Schutz abgenommen werden. Und laut Salomon werden diese Regeln auch eingehalten: "Wichtig ist, dass wir uns alle an die Regeln halten und vernünftig sind. Nur dann gibt es einen Schutz."

OB appelliert an Freiberger: Nach den Worten von Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) ist die Stadtverwaltung sehr erfahren im Umgang mit Corona. "Auch wenn sich die Bestimmungen teilweise täglich ändern", ergänzt Krüger auf Anfrage. Trotz der aktuell bekannten Fälle an zwei Freiberger Schulen seien die Infektionszahlen in der Stadt nach wie vor sehr niedrig, auch das Freiberger Krankenhaus sei auf steigende Zahlen gut vorbereitet. Laut Recherchen der "Freien Presse" handelt sich bei der zweiten Freiberger Schule um die Grundschule "Karl Günzel". Das Landratsamt bestätigte das auf Anfrage allerdings bislang nicht.

Unterdessen sagt OB Krüger: "Wir werden es nicht schaffen, in Freiberg coronafrei zu bleiben, aber wir können alle beitragen, gemeinsam gut durch die Krise zu kommen." Mit Abstand und Einhaltung der Hygieneregeln sei auch weiterhin eine Teilnahme an gesellschaftlichem Leben möglich. Das hätten gerade die Veranstaltungen in der Reihe "Rock am Otto" gut bewiesen, die zu keinem Anstieg der Infektionszahlen geführt haben.

Einschränkungen bei Veranstaltungen: Das Oktoberfest in Mittweida stand am Freitag wie andere Höhepunkte coronabedingt vor der Absage. Nun dürfen weniger als 1000 Leute zugleich aufs Gelände. Gestrichen ist die Museumsnacht.

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