"Eigentlich bin ich nur ein Musikfan"

Steffen Ziolkowsky über die Konzerte in der Oederaner "Tenne", von denen er einige mitorganisiert - obwohl er nicht aus der Branche kommt

Oederan.

Nur wenige Besucher sind am Samstag in den kleinen Konzertraum im "Haus am Klein Erzgebirge" gekommen, um Folk-Rock-Sängerin Bet Williams live mit ihrer Band zu erleben. Nach Oederan wurde die Amerikanerin von Steffen Ziolkowsky geholt. Wie er das geschafft hat, verrät der 62-Jährige aus Hainichen im Interview mit Thomas Reibetanz.

Freie Presse: Bet Williams und Band in der Oederaner "Tenne" - wie war das Konzert am Samstagabend?

Steffen Ziolkowsky: Es war ein von großen Emotionen getragenes Konzert, die Band war zweieinhalb Stunden lang in Hochform. Leider waren nicht allzu viele Besucher da, aber auch das hat Bet Williams mit der Begründung, dass wohl viele Glühwein trinken sind, weggelächelt.

Der Auftritt der Band war nur einer von fünf in Deutschland in diesem Jahr. Daran, dass er in Oederan stattfand, sind Sie nicht ganz unschuldig, oder?

Das stimmt. Einige Konzerte in der "Tenne" organisiere ich mit. Dabei ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, den einen oder anderen bekannten Künstler nach Oederan zu lotsen, die man so im Club- bereich nicht jeden Tag sieht. Das funktioniert aber nur in Zusammenarbeit mit "Tenne"-Betreiber Horst Drichelt und weiteren ehrenamtlichen Musikliebhabern, die die Abende ausgestalten.

Und dennoch sind Sie es, der die Kontakte zu den Musikern aus aller Welt knüpft. Wie schaffen Sie das?

Das Wichtigste sind die Kontakte in die Musikszene - da habe ich mir in den vergangenen Jahren ein kleines Netzwerk aufgebaut. Im aktuellen Fall hat mit Peter Braukmann den Kontakt zu Bet Williams vermittelt. Peter ist Musiker und Autor, hat früher viel für das Fernsehen gearbeitet - in erster Linie für verschiedene Comedy-Formate. Er wohnt mittlerweile in Meißen als freier Autor. Ich kenne ihn schon länger sehr gut. Wenn er etwas hat, fragt er mich, ob wir das in Oederan machen wollen. Meistens sage ich zu, denn er hat stets gute Musiker an der Hand.

Und wenn es nicht über Peter Braukmann läuft?

Dann bin ich selbst herumgefahren und habe mir Konzerte angeschaut. Wenn mir etwas gefällt, gehe ich auch schon mal hinter die Bühne und spreche die Künstler selbst an. Wenn ich den Musikern dann zeige, was die "Tenne" in Oederan ist und wer dort schon gespielt hat, sagen sie oft zu.

Den Anfang machte Tony Carey, richtig?

Stimmt. Ich war schon immer Fan von ihm, wollte ihn unbedingt mal für ein Konzert in meine Heimatstadt Hainichen holen. Also habe ich ihn 2011 angerufen.

Einfach so?

Ja, einfach so. Denn eigentlich bin ich ja nur ein Musikfan. Für das Konzert mit Tony Carey hatte ich die Unterstützung von Steffen "Kuno" Kunze aus dem Ratskeller Hainichen. Ich habe früher im Außendienst gearbeitet, komme also aus einer ganz anderen Branche. Als Tony Carey damals aber zugesagt hatte, war das der Startschuss für weitere Konzerte in der Region.

Wieso mittlerweile Oederan?

Ich habe mal eines der ersten Konzerte in der "Tenne" besucht und bin mit Organisator Horst Drichelt ins Gespräch gekommen. Wir haben schnell gemerkt, dass wir unser Hobby Musik mit den Gästen teilen wollen.

Was steht als nächstes auf dem Spielplan der "Tenne"?

Mit Carla Olson & Todd Wolfe am 18. Dezember sowie Manu Lanvin Ende Januar hat Horst Drichelt tolle Künstler nach Oederan geholt. Das nächste von mir organisierte Konzert ist Singer-Songwriter Morgan Finlay aus Kanada im März. Dort haben wir mit der Ausgestaltung der "Tenne" Neues vor.

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