"Eigentlich war nur ein Konzert zur Eröffnung geplant"

Jörg Einert über sein Augustusburger Musikkabinett, Corona und den nächsten musikalischen Höhepunkt

Augustusburg.

2018 hat Jörg Einert das Musikkabinett in Augustusburg eröffnet - ein kleines Museum mit Tasteninstrumenten und "Musikmaschinen" des vergangenen Jahrhunderts. Andrea Pötzscher hat mit ihm über sein Haus, Einschränkungen durch die Viruspandemie und das bevorstehende Konzert gesprochen.

Wie kommt Ihr Museum an, was fasziniert die Besucher?

Ich bin vom großen Zuspruch positiv überrascht. Viele Gäste kommen zufällig auf dem Weg zur Augustusburg vorbei. Aber viele besuchen das Kabinett auch zielgerichtet, weil sie das Thema spannend finden. Besonders faszinieren die selbstspielenden Klaviere, Edison-Phonographen, Grammophone und Radios. Bestaunt werden auch immer wieder die ersten DDR-Fernsehgeräte.

Sie haben auch regelmäßig Konzerte veranstaltet. Wie viele gab es bisher, und wie sieht das Programm aus?

Eigentlich war nur ein Konzert im Zusammenhang mit der Eröffnung 2018 geplant. Die Besucher waren begeistert, haben nach weiteren Konzerten gefragt. Dieser Erwartungshaltung habe ich mich bereitwillig "gefügt", auch weil ich selbst gern Konzerte besuche. Mittlerweile gab es 16, meist ausverkaufte Konzerte mit sächsischen Künstlern. Ein Großteil der Besucher kommt regelmäßig, denn sie mögen die Besonderheit des wahrscheinlich kleinsten sächsischen Konzertsaales mit den meisten Instrumenten. Schwerpunkt bleibt die klassische Musik, wobei ich in Zukunft auch Buchlesungen veranstalten möchte. Für weitere Anregungen bin ich offen.

Mussten Sie aufgrund der Coronapandemie schließen?

Den regulären Ausstellungsbetrieb musste ich unterbrechen, weil ich den Mindestabstand, wie für Museen vorgeschrieben, nicht einhalten kann. Aber für angemeldete Gruppen biete ich nach wie vor individuelle Führungen zu speziellen Themen an.

Nun sind aufgrund der Lockerungen wieder Konzerte mit Auflagen möglich. Startet auch das Musikkabinett neu?

Ich freue mich sehr, wieder Konzerte anbieten zu können. Am kommenden Samstag wird es das erste Konzert geben. Da mein Veranstaltungsraum unter Corona-Bedingungen zu klein ist, habe ich als Spielstätte den Saal des Stadthauses Augustusburg gewählt. Neben zwei Musikerinnen, die bereits mehrfach im Musikkabinett zu Gast waren, wird eine Sängerin aus Glauchau zu erleben sein. Besucher können sich auf einen beschwingten und emotionalen Abend unter dem Motto "Blühende Sommerträume" freuen. Dargeboten wird eine Mischung aus Klaviermusik, Gesangskunst und unterhaltsamer Moderation. Erstmals wird der Flügel, der 1928 von der Augustusburger Firma "Hermann Graf" für den hiesigen Kirchenmusiker Johannes Philipp gebaut wurde, in einem Konzert erklingen. anpö


"Blühende Sommerträume" im Stadthaus

Das Konzert "Blühende Sommerträume" findet am 5. September 2020 um 19 Uhr im Saal des Stadthauses Augustusburg, Schloßstraße 1, statt.

Es erklingen Lieder, Arien und Klavierwerke, darunter von Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Schubert, Gershwin und Grieg.

Interpretiert werden die Stücke von Heike Eva Weiß (Sopran), Claudia Schmiedel (Mezzosopran) und Ilze Jaunzeme (Piano).

Karten zu jeweils 15 Euro können in der Tourist-Information Augustusburg - Telefonnummer: 037291 39550 - im Vorverkauf erworben oder bestellt werden.

Vom Betreten des Stadthauses bis zum Platz im Veranstaltungssaal ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, heißt es vom Veranstalter. Während des Konzerts besteht keine Maskenpflicht. (anpö)

 

wwww.augustusburg.de/

 

 

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