Ein Aufreißer weckt Hoffnung auf blühenden Baumwollpark

Mit einer Spezialmaschine wurden gestern in Flöha Blumenzwiebeln gesteckt. Eine technische Panne und der steinige Boden erwiesen sich als Hürden.

Flöha.

Noch steht der blaue Klein-Traktor mit der Blumenzwiebelsteckmaschine im Schlepptau auf dem Anhänger eines Kleintransporters an der Straße Zur Baumwolle mitten im Baumwollpark in Flöha. Nach einem Rundgang und ein paar Spatenstichen ist Sietzo Ijzer (55) skeptisch. Die Erde ist ausgetrocknet und unter der dünnen Grasnarbe lauern allerhand Steine. Keine guten Voraussetzungen für seine Blumenzwiebelsteckmaschine.

Eigentlich ist der automatische Zwiebelstecker viel zu teuer für die Stadt Flöha. Weil Sieto Ijzer gestern aber Aufträge in Freital und Rodewisch hatte und Flöha sozusagen zwischen den beiden Aufträgen liegt, konnte Simone Harnisch, die in der Bauverwaltung im Rathaus für die Grünpflege zuständig ist, einen Sonderpreis aushandeln. 1500 Euro netto bezahlt die Stadt für den letztlich knapp zweistündigen Einsatz. 18 Säcke mit Blumenzwiebeln der Mischung Sunrise mit verschiedenen gelb und weiß blühenden Narzissen für insgesamt 175 Quadratmeter Fläche hat Simone Harnisch bestellt. Die Zwiebeln werden von der Maschine auf einem gut einen Meter breiten Streifen in zwei Reihen verlegt. Sieben bis zehn Zentimeter tief sollten die Blumenzwiebeln liegen, sagt Ijzer. Der Holländer ist Agraringenieur, betreibt in Donauwörth eine eigene Gärtnerei und ist alljährlich im Herbst für die holländische Firma Flower Your Place mit der Blumenzwiebelsteckmaschine in ganz Europa unterwegs.

Dann geht es los. Etwa einen Meter neben dem Weg bringt Sietro Ijzer den blauen Traktor Marke New Holland mit dem Zwiebelstecker in Stellung. Kay Morgenstern und Ronny Zehrtner vom städtischen Bauhof sowie Simone Harnisch beobachten den ersten Versuch. Das Prinzip der Maschine ist ganz einfach. Zuerst teilt ein rollendes Messer die Grasnarbe wie ein Pizzaschneider. Dahinter hebt eine Pflugschare die Grasnarbe an, in den Spalt fallen die Blumenzwiebeln und zum Schluss walzt eine Rolle die aufgerissene Grasnarbe wieder fest. Der erste Streifen funktioniert wider Erwarten tadellos. Sietro Ijzer muss nur aufpassen, dass sich die Pflugschare nicht zu tief in den Boden wühlt.

Auf der anderen Seite des Weges geht plötzlich nichts mehr. Ein Hy-draulikzylinder ist undicht und verliert Öl. Zum Glück sind Kay Morgenstern und Ronny Zehrtner dabei. Aus dem nahen Bauhof holt Morgenstern Werkzeug und eine Kiste mit Ersatzteilen. Schnell sind die defekten Dichtungen gewechselt, und es kann weitergehen. Immer wieder gräbt sich die Maschine fest oder wird von großen Steinen aus dem Boden gedrückt. In der Nähe großer Bäumen muss Ijzer auf die Wurzeln achten. Aber insgesamt funktioniert das Zwiebelstecken besser als gedacht. "Von Hand könnten wir eine so große Menge Blumenzwiebeln nicht stecken", sagt Simone Harnisch, die schon lange mit der Spezialmaschine geliebäugelt hatte. Aber der Preis für einen Einsatz war zu hoch. Am Nachmittag kann sie schließlich verkünden: Blumenzwiebel-Mission erfolgreich abgeschlossen. Nun wartet sie auf das Frühjahr und hofft, dass sich entlang der Wege im Baumwollpark die gelb-weiße Blütenpracht entfaltet.

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