Ein gutmütiger Brocken, der Geduld und Ausdauer fordert

Es gibt einen weiteren Baustein zum künftigen Bergbaupfad in Falkenau. Es ist ein Stein mit viel Gewicht und Symbolkraft.

Falkenau.

Der Stein ist hart, aber gutmütig. Das sagt Rolf Büttner, nachdem er die Konturen des künftigen Reliefs herausgebrochen hat. Der Gneis-Brocken liegt im Falkenauer Freibad und es ist nach der im Mai feierlich eingeweihten Info-Tafel der nächste Baustein für den Falkenauer Bergbaulehrpfad. Neben der Tafel soll der rund 1,2 Tonnen schwere Stein seinen Platz finden.

Rolf Büttner meißelt einen Bergmann in den Stein hinein. Vorlage ist eine Zeichnung, die er zusammen mit Mike Glöckner vom Heimatverein Falkenau erstellt hat. Sie zeigt keinen gewöhnlichen Bergmann, sondern einen, wie er vor 500 Jahren im Falkenauer Zechengrund nach Silber geschürft haben könnte. Mike Glöckner vom Falkenauer Heimatverein hat recherchiert, wie die Bergleute damals ausgesehen haben. Er hat sich so eine Bergmannsbekleidung anfertigen lassen. Das ist weit weg vom schmucklastigen Habit heutiger Bergaufzüge.

Der Falkenauer Heimatverein recherchiert seit längerem schon Fakten und Hintergründe zur Falkenauer Bergbaugeschichte und bringt Zeugnisse davon ans Tageslicht. Von 1562 an wurde in Falkenau Silbererz gefördert. Bis zu 29 Gruben muss es vor dem Dreißigjährigen Krieg im Falkenauer Zechengrund gegeben haben. Bis 1842 wurden nachweislich 244,3 Kilogramm Silber gefördert. Im Mai 2017 wurde bei Bauarbeiten an der Schwarzen Brücke Reste eines mittelalterlichen Schmelzofens gefunden. Die eilig gesicherten Fundstücke sind inzwischen im Landesamt für Archäologie ausgewertet worden. Der Heimatverein will die Fundstelle informativ und anschaulich gestalten. Resultat aller Bemühungen und Projekte könnte eine lange und informative Wanderung durch die Falkenauer Bergbaugeschichte sein.

Eine wichtige Aufgabe hat dabei Karl-Heinz Hahn. Er ist im Heimatverein Experte für die Beantragung von Projekt-Geld. Auch den Bergmann-Stein kann sich der Heimatverein nur leisten, weil Karl-Heinz Hahn Fördermittel dafür gefunden hat. "Wir hatten uns im Dezember innerhalb eines Programmes beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beworben, mit dem kleine Projekte unterstützt werden", sagt Karl-Heinz Hahn. Zunächst kam im April eine Absage mit dem Hoffnungsschimmer, dass die Falkenauer auf der Warteliste stehen. Im Juli erreichte Hahn schließlich die Nachricht aus dem Ministerium, dass noch Geld verfügbar sei und bis zu 3000 Euro bereit stehen. Bedingung: das Geld sollte bis Jahresende verwendet sein.

Nun musste es schnell gehen. Den Stein konnte der Heimatverein aus dem Steinbruch Stottmeier in Leubsdorf abholen. Gneis ist ein sehr kompakter Stein ohne Lufteinschlüsse, ähnlich dem Granit, der unter hohem Druck und hohen Temperaturen entstanden ist. Mit Unterstützung des Gütertransportunternehmens Pötzscher und dem Betonsteinwerk konnte der Gneisbrocken zum Freibad bugsiert werden. Hier arbeitet nun Rolf Büttner seit fast drei Wochen am Stein.

Damit des Relief plastisch wirkt werden mehrere Ebenen herausgearbeitet, sagt Büttner. Lichteinfall und Schatten sorgen dann für den plastischen Eindruck. Der Leiter der Volkskunstschule in Oederan hat sich bewusst für Handarbeit mit Hammer und Meißel entschieden. Es sei keine besonders schwierige Arbeit, sagt der studierte Designer, aber eine, die Geduld und allerhand Ausdauer erfordert.

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