Ein neues Juwel für den Schatz im Wald

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Der Sachsenforst will im Arboretum-Gelände in Augustusburg ein neues Schulungszentrum bauen. Das Blockhaus wird aus Vogtland-Holz geschnitzt.

Augustusburg.

Das künftige Wald-Bildungszentrum auf dem Gelände des Arboretums in Augustusburg hat eine weitere Hürde genommen. Das Landratsamt Mittelsachsen hat die Baugenehmigung erteilt und damit den Weg für den Bau der Gebäude freigemacht. Der Staatsbetrieb Sachsenforst will noch in diesem Jahr mit vorbereitenden Arbeiten für die Errichtung der waldpädagogischen Tageseinrichtung beginnen, sagt der Leiter des Forstbezirkes Chemnitz, Bernd Ranft. Die eigentliche Baumaßnahme ist für das nächste Jahr geplant.

Geplant ist ein Ensemble aus einem Hauptgebäude in Form eines massiven Blockhauses und dazu ein kleineres Funktionsgebäude. Bernd Ranft zufolge werden für das Blockhaus Fichtenstämme aus dem Vogtland verbaut. "Die Kollegen im Forstbezirk Plauen fertigen das Blockhaus, das dann auf einer vorbereiteten Betonplatte in Augustusburg aufgestellt wird." Ein baugleiches Objekt wird derzeit im Forstbezirk Marienberg errichtet, so Ranft. Die Fertigstellung des waldpädagogischen Tageszentrums ist für Ende 2022 geplant. Die gesamte Baumaßnahme wird voraussichtlich 550.000 Euro kosten.

Möglich wurde der Neubau erst durch ein gefährliches Ereignis. Im Juli 2019 war die kleine Holzhütte auf dem Gelände des Arboretums in Brand geraten. Trotz Einsatzes der Feuerwehr brannte die Hütte vollständig nieder. Zum Glück wurde dabei niemand verletzt und zum Glück konnte die Feuerwehr verhindern, dass die Flammen den wertvollen Baumbestand im Arboretum erfassen. Der Sachschaden wurde damals mit 5000 Euro beziffert. Die Polizei ermittelte wegen fahrlässiger Brandstiftung. Am Abend vor dem Feuer war in der Hütte gefeiert worden, und drei Personen hatten in der Hütte übernachtet. Das Ermittlungsverfahren liegt inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz.

In dem künftigen Zentrum für die Waldpädagogik soll vor allem Halbtages- und Tagesveranstaltungen für Kinder und Jugendliche angeboten werden. "Wir planen gemeinsam mit Partnern altersgerechte Angebote zu entwickeln", sagt Bernd Ranft. Die Waldpädagogik gehört zu den Aufgaben des Staatsbetriebes Sachsenforst, und das Arboretum in Augustusburg bietet auf knapp drei Hektar Fläche mit 140 verschiedenen Baum- und Straucharten aus Europa, Asien, Afrika und Amerika beste Voraussetzungen dafür. So finden beispielsweise die Waldjugendspiele regelmäßig auf dem Gelände des Arboretums statt, das sich dann in ein großes grünes Klassenzimmer verwandelt. Revierleiter Tilo Stoll, zu dessen Revier das Arboretum gehört, vermittelt den Grund- und Oberschülern an verschiedenen Stationen spielerisch Wissen rund um das Ökosystem Wald. Ziel ist, bei den Kindern ein Bewusstsein für den Lebensraum Wald und dessen vielfältige Funktionen zu entwickeln. Das Arboretum wurde 1966 durch den damaligen Oberförster Horst Hänel und den Revierleiter Heinz Schellenberg sowie vielen Unterstützern gegründet. Für den Augustusburger Bürgermeister Dirk Neubauer ist es ein "einzigartiger Schatz aus gesammelten Bäumen". Mit dem neuen waldpädagogischen Zentrum werde dieser Schatz ins Licht gesetzt. "Ein lang gehegter Wunsch meinerseits bekommt Konturen", so Neubauer.

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