"Ein Notizbuch ist unentbehrlich"

Schreibtischgeschichten: Flöhas Oberbürgermeister schreibt bei klassischer Musik seine Reden

Flöha.

Der Schreibtisch ist ein Möbelstück für alle Lebenslagen. Die "Freie Presse" hat Menschen gefragt, welchen besonderen Bezug sie zu ihrem Schreibtisch haben und welcher Schreibtischtyp sie sind. Heute: Volker Holuscha, Oberbürgermeister von Flöha.

Freie Presse: Ist der Schreibtisch der Stammplatz eines Kommunalpolitikers?


Volker Holuscha: Ich bin Bürgermeister und nicht Schreibtischmeister. Der wichtigste Platz findet sich in der Praxis, Basisarbeit wird vor der Rathaustür geleistet.

Angesichts der vielgestaltigen Aufgaben wirkt der Arbeitsplatz aufgeräumt, welcher Schreibtischtyp sind Sie?

Ich pflege mein gewisses Ablagesystem, bemühe mich, Vorgänge zu sortieren und zu wichten. Eine Grundordnung muss schon sein. Neben dem Computer ist für mich ein kleines Notizbuch unentbehrliches Arbeitsmittel, es ist quasi mein gutes Gewissen, hier sind Fakten griffbereit notiert, das habe ich immer am Mann. Für andere ist es ein Smartphone.

Pflegen Sie Eigenheiten in der Büroarbeit?

Ich verwende beispielsweise schon beschriebenes Papier für weitere Notizen auf der Rückseite. Auch sehe ich in einem von mir genutzten Füllfederhalter im Zeitalter des Computerdrucks ein Arbeitsgerät. Es gibt dem Schreiben eine persönlichere Note, und ich befleißige mich, schön zu schreiben. Zum anderen hinterlässt ein handgeschriebenes Dokument einen individuelleren Eindruck, vermittelt dem Adressaten, ernst genommen zu werden als der lapidare Zusatz, dieses Schreiben wurde maschinell erstellt, es zulässt.

Sowohl Bildschirmschoner als auch Fotos verraten ihre Leidenschaft für den Fußball. Sogar Jupp Heynckes lächelt Sie an.

Natürlich, zum einen ziert das aktuelle E-Jugend-Team unseres TSV Flöha den Bildschirm, denn mein Enkel ist dabei. Und so mancher weiß, dass ich großer Bayern-Fan bin. Der legendäre Trainer hat mir dieses Foto mit spezieller Widmung überreicht. Zudem finden sich weitere Motive mit meiner Familie, sie umgeben mich während meines Dienstes.

Und über das kleine Radio verfolgen Sie die Schlagzeilen in der Nachrichtenwelt?

Nein, das Teil mit CD-Player kommt in schöpferischen Minuten zum Einsatz. Zumeist dann, wenn eine besondere Rede oder ein spezielles Anschreiben zu verfassen sind. In solchen Momenten schätze ich es, klassische Musik zu hören. Zumeist sind die Mitarbeiter dann schon aus dem Haus, ich hüte das Rathaus allein.

Was würde es denn in den Schubladen zu entdecken geben?

Da muss ich nichts verstecken. Es finden sich in einem Fach Süßigkeiten als Nervenfutter.

Der Tag eines Oberbürgermeisters ist zumeist straff getaktet, bleibt da Zeit für Pausen?

Diese Minute findet sich, und da lasse ich mir ein Pausenbrot schmecken, übrigens immer von meiner Frau oder mir selbst geschmiert.

Blickfang ist auch ein Jahreskalender, sind Sie gefordert, täglich den roten Merker weiterzuschieben?

Ehrlich? Das übernimmt die Leiterin des Sekretariats Frau Schäfer, eine Aufgabe, die ich ansonsten schon mal aus dem Auge verlieren würde. hy

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