Ein Tag ganz im Zeichen des Schneemanns

Hier können Sie sich den Artikel vorlesen lassen:

Exemplare aus Schnee sind aktuell allenthalben zu finden. Bei einigen stehen die Figuren aber nicht nur in der kalten Jahreszeit hoch im Kurs. Eine Stippvisite in Leubsdorf, Neuhausen und Riechberg.

Leubsdorf/Neuhausen.

Nach Jahren mit kaum oder gar keinem Schnee passt in diesem Winter endlich wieder das Wetter, um Schneemänner zu bauen. Und so können zum heutigen Welttag des Schneemanns allenthalben unzählige Exemplare bestaunt werden. Das Datum ist laut den Initiatoren des Aktionstags nicht zufällig gewählt: Denn die Acht steht für den Körper des frostigen Gesellen und die Eins für seinen Stock oder Besen.

Während richtige Schneemänner Frost brauchen, vertragen die Figuren der Drechslerei Volkmar Wagner genauso warme Temperaturen. Im Hainichener Ortsteil Riechberg werden seit 27 Jahren kleine und große Schneemänner gefertigt, die die Herzen der Sammler und Designfans ob ihres launigen Aussehens und pfiffigen Tätigkeiten höherschlagen lassen. "Die ganzjährig hergestellte Modellpalette umfasst aktuell 400 verschiedene Typen", erklärt Juniorchef Peter Wagner. Die aus Ahornholz gefertigten Produkte werden in der Werkstatt nach Junior und Senior unterschieden. "Die jungen Leute bestehen aus zwei Kugeln samt Bommelmütze, die älteren aus drei Kugeln mit Zylinder", fährt der 30-Jährige fort. Die bis zu 85 Zentimeter großen Figuren sausen mit dem Schlitten einen Hang hinab, erobern mit Ski den Tiefschnee oder versuchen sich im Biathlon. "Schneemädchen sind unser jüngstes Produkt, spielerisch erobern diese mit Steckpferd und Schneemannpuppe spielend, die Welt", erklärt der Chef von 21 Mitarbeitern. Einige Exemplare des bundesweit gehandelten Sortiments werden bald wieder im internationalen Rampenlicht stehen. "Die Altenberger Organisatoren der bevorstehenden Bob-Weltmeisterschaft haben erneut unsere Riesen-Schneemänner als Siegergeschenke geordert."

Während die einen Schneemannfiguren herstellen, sammeln andere diese. Einige hundert Exemplare bevölkern das Haus von Kerstin Hielscher. "Bei anderen halten Heerscharen von Engel zur Adventszeit ihren Einzug, bei mir sind es die Rotnasen", sagt die 63-jährige Leubsdorferin. Seit der Wende sammelt die ehemalige Zootechnikerin die fingerkuppen- bis mannsgroßen Figuren, die sie bis zu Lichtmess umringen. Ehemann Karl-Heinz nimmt es gelassen. "Weihnachten und Schnee vermitteln eine besondere Stimmung und da gehören die Figuren dazu. Sie versetzen mich in die Zeit unbeschwerter Kindertage." Die heutigen Sammlerstücke sind aus Holz, Keramik, Glas, Blech und Textilien. Schneemänner zieren genauso Wäschestücke und sind Dekomaterial. Selbst mit Schneemännern bedrucktes Toilettenpapier zählt zum Haushalt. Und in Zeiten von Corona ziert ihr Mundschutz ein Schneemannmotiv.

Im gut dreißig Kilometer entfernten Neuhausen nutzt Uwe Löschner und seine Familie derweil die coronabedingte Zwangspause, um die Ausstellungsstücke seines Nußknackermuseums zu reinigen. Da werden Zähne mit dem Pinsel entstaubt, die Uniform gereinigt und der Bart gerichtet. "Das ist schon eine kleine Kraftanstrengung, immerhin zählen wir 6200 Sammelstücke aus 30 Ländern", erklärt der 49-Jährige. Dazu gehören auch knapp 300 knackende Gesellinnen. "Die Geduld und Kondition fordernde Prozedur steht regelmäßig im Januar oder Februar für uns an, nur diesmal schauen uns keine Besucher über die Schulter", bemerkt Uwe Löschner. Der Neuhausener hofft, dass wenigstens nach Ostern die Schmuckstücke in der 27. Ausstellungssaison wieder Besucherherzen erfreuen dürfen.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.