End of alles

In unserer Region mit den vielen schönen Schlössern ist immer etwas los. So auch im November. Ein Rückblick.

Das wird man doch wohl mal sagen dürfen. Man wird doch wohl mal sagen dürfen, dass alle, die nicht so denken oder handeln, wie man selbst es für richtig hält, mindestens mal doof sind. Wobei. Nein, das reicht nicht immer. Gerade dann, wenn es um Politiker geht, die den ganzen Tag nur Zeitung lesen und das entscheiden, was die Wirtschaft ihnen vorschreibt, wird man doch auch mal sagen dürfen, dass man eben diese Politiker an die Wand stellen und erschießen sollte.

So geschehen im Kino. Vor ein paar Wochen. In Freiberg. Im Beisein des Landrates, seines Mitarbeiters, einer Bundestagsabgeordneten und der halben Oederaner Stadtverwaltung gab es dort einen sehr schönen Film zu sehen. "End of Landschaft" heißt der. Nach Freiberg geholt hatte den ein Oederaner, der fast jede Stadtratssitzung in seiner Stadt besucht, um dort auf alles und jeden zu schimpfen, weil sich ja niemand in dieser Stadt um irgendetwas kümmert. Die Stadträte hören dann immer geduldig zu und gehen auf die Anliegen ein. Machen sie doch gern. Genauso gern sind sie ins Kino gegangen. "End of Landschaft" gucken. Weil es dort um Windkraft geht. Und Windkraft ist schlecht. Also nicht generell. Aber wenn sie nach Oederan kommen soll, ist sie schlecht. Macht nämlich die Landschaft kaputt, so ein Windrad. Wer das noch nicht glaubt, muss sich einfach den Film angucken. "End of Landschaft". Heißt übersetzt soviel wie "Das Ende der landscape". Nicer Titel.

Und was gab es zu sehen? Beeindruckende Bilder von Waldlichtungen, auf denen Rehe grasen. Gibt es bald nicht mehr. Schade. Stattdessen überall Windräder. Tausende. Und zwar so sehr, dass der Wald plötzlich explodiert, in den sie ohne Genehmigung und erst, nachdem Hubschrauber die dort lebenden Vögel vertrieben haben, gerammt wurden. Das macht Angst. Auch in Leubsdorf. Dort wurde "End of Landschaft" vor einigen Tagen auch gezeigt. Dieses Mal ohne Einladung an die Presse. Logisch. Am Ende wird ja nur wieder hinterfragt, welche Quellen der Filmemacher überhaupt verwendet hat und ob die Gegenseite zu Wort gekommen ist. Darum geht es hier nämlich nicht. Es geht um das End of Landschaft. Begreift das denn niemand? Im Übrigen lässt es sich auch viel angenehmer auf Politiker schimpfen und zu Morden aufrufen, wenn kein Schmierfink zuhört.

Wie wir im vergangenen Monat gelernt haben, zerstören aber nicht nur Windräder die Landschaft. Auch Wildschweine tun das. In Flöha waren die und haben im Baumwollpark die Erde umgegraben. Wie sie dort hingekommen sind, ist den Einwohnern der pulsierenden Metropole an den zwei Flüssen ein großes Rätsel. Immerhin müssen die Viecher mindestens eines der großen Wohngebiete durchquert haben. Und das mitten in der Woche. In einer Stadt, die niemals schläft.

Jedenfalls haben es die Wildschweine bis ins Stadtzentrum geschafft und dort eine Wiese im Park umgebuddelt. Wohl auf der Suche nach Nahrung. Anderenorts waren die Tiere da cleverer. Erst am vergangenen Wochenende ist ein Wildschwein in einen Supermarkt in Thüringen eingebrochen. Viel zu futtern gab es dort. Doof war nur, dass alles in Plastik eingeschweißt war. Darüber sollte auch mal einer einen Film drehen. Wo Leute zu Wort kommen, die sagen, dass die Plastik doof ist. Und Internethandel auch. Außer am Black Friday. Der Film könnte "End of Tante Emma" heißen.

Bei aller Untergangsstimmung gibt es aber auch noch lustige Begebenheiten. Also lustig sind die nur, wenn man nicht betroffen ist. So wie ich. Neben meinem Haus steht kein Windrad, also kann ich über die Gegner lästern. Und Wildschweine waren in unserem Garten auch noch nicht, also kann ich darüber scherzen, dass sie nach Erdmannsdorf gekommen sind. Die haben auch dort eine Wiese umgegraben. Dabei quasi die Erde mannshoch ins Dorf geschmissen. Wer da nicht zum Sprachwitze-Liebhaber wird, hat nie "End of Grammatik" gesehen. Sehr guter Film. Entschuldigung. Sehr good Movie.

Und nu? Was machen wir mit all den Problemen, wenn wir doch nicht davonlaufen können, weil die Kirchenbrücke in Flöha gesperrt ist? Das Beste draus! Wir machen aus zwei Problemen einfach eines und damit keines mehr. Verstehen Sie nicht? Nun. Wenn "End of Landschaft" das nächste Mal gezeigt wird, können die militanten Windkraftgegner nach der Vorführung doch gleich gemeinsam eine Spur mit Eiern - wer solche Sprüche macht, hat ja genug davon - legen, um Wildschweine anzulocken. Nich t irgendwo hin. Sondern zu den Windradstandorten. Und dort verbuddeln wir dann Eicheln. Der Rest ergibt sich von allein. End of Problem.

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