Energiegeladen: So feiert Oederan

Längst ist aus dem Tag der erneuerbaren Energien auch ein Frühlingsfest und ein Naturmarkt geworden. Dennoch ließ sich am Samstag auch über Elektromobilität einiges lernen.

Oederan.

Das umweltengagierte Oederan zeigte sich mit den Wettermachern im Bunde: Statt angemeldeter Regennässe bestimmte Sonnenschein die Neuauflage des über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Tages der erneuerbaren Energien.

Oederan hatte den Tag der erneuerbaren Energien 1996 anlässlich der Erinnerung an das Reaktorunglück von Tschernobyl ins Leben gerufen. Bestimmten alternative Technologien einst den initiierten Treff von Planungsfachleuten, Solar- und Umweltexperten, Kommunalpolitikern und Häuselbauern, so lockt heute ein Mix kulturell-sportlicher Aktivitäten und kulinarischer Angebote ins Zentrum. Der Aktionstag wird zum generationenübergreifenden Spektakel.


"Seit 2000 sind wir genauso Gastgeber des vom Landschaftspflegeverband Mulde-Flöha organisierten Naturmarktes, zudem laden heimische Händler und Gewerbetreibende zum Frühlingsfest ein. Auch die Vereine nutzen die Gelegenheit, sich zu präsentieren", freute sich Eberhard Ohm von der Stadtverwaltung. "Bereits mit Beginn des Aktionstages war die Innenstadt gut besucht."

Auch das Thema Elektromobilität und Pkw stand in Blickpunkt. Während die Jüngsten spielerisch die Antriebsart in Mini-Elektromobilen auf der Fahrt durch einen Parcours entdeckten, stellten Solarfirmen E-Autos der Marken Renault und BMW vor.

In privater Initiative lenkte Michael Krasselt seinen Hyundai auf den Marktplatz, um für die Stromer zu werben. "Seit 2018 nenne ich das Auto mein Eigen. Ich kann Interessierte nur ermutigen, den Wechsel zu wagen." Eine Schnupperfahrt, die er Besuchern anbot, sorgte für den Aha-Effekt. Zu Vorbehalten zur Reichweite sagte Krasselt: "Ich bin bislang überall dahin gekommen, wohin ich wollte. Dem Verbrenner trauere ich nicht nach."

Mit seinem 120-PS-Gefährt sei Krasselt bis zu 175 Stundenkilometer schnell unterwegs, sei zehn Jahre steuerbefreit. Dabei versteht er sich als Pionier für E-Mobilität in der Klein-Erzgebirge-Stadt. "Ich habe eine App als Routenplaner mitgeschrieben, die erfasst, wo E-Fahrzeuge aufgeladen werden können." An der heimischen Steckdose koste ihn eine Tankfüllung sieben Euro.

Gunter Lösch gehört zu den Energieunternehmern der ersten Stunde und ist seit der Premierenveranstaltung in Oederan dabei. "Noch zu DDR-Zeiten hatte ich begonnen, mich für umweltfreundlichere Energiesysteme zu interessieren. Keiner konnte ahnen, dass uns die Wende bald Zugang zu neuesten Technologien ermöglichen würde. Damals zählten wir zu den stark belächelten Akteuren, die auf Sonne und Wind setzten, wir waren Exoten", so der Röllingshainer Meister und Fachmann für Gas-, Brennwert- und Heizungstechnologien. "Aus der Region kommend, wissen wir, was unsere Haushalte benötigen und was sich die Leute leisten können."

Neben den Vorträgen gab es Angebote zum Experimentieren. Der Flöhaer Jürgen Werner, seit Jahren elektrobegeistert, bastelte aus CD, Überraschungseierfiguren, Holzscheibe und Holzstab samt Minisolarplatte eine sich drehende Solarblume. Genauso pfiffig das Angebot der Volkskunstschule mit Christine Schulze: Aus früheren, in der Baumwollverarbeitung genutzten Kopsen bauten die Teilnehmer einen Windmesser, der - vor dem Fenster in einem Blumentopf aufgestellt - bei ausreichend Puste Drehbewegungen vollführt.

Während die für den Autoverkehr am Aktionstag gesperrte Große Kirchgasse den Landwirten und Direktvermarktern mit Käsespezialitäten, Holzofenbrot, Kräutern und Blumen gehörte, erfüllte die Kleine Kirchgasse selten erlebtes Gedränge. Auf Schritt und Tritt erwartete die Besucher ein Angebot: Streichelgehege, Leckereien, Mode, Losbude.

Beim Bühnenprogramm sorgten unter anderem die Minifunken des Breitenauer Carnevalsvereins mit Tanzeinlagen für Stimmung. Schon traditionell sammelten Vertreter des Vereins krebskranker Kinder Chemnitz um Ralph Quandt mit Angeboten Spendengelder.

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