Es geht um Landschaft und Geschmack

Mit dem Streuobsttag in Großwaltersdorf will der Landschaftsverband morgen zeigen, wie wichtig Obstwiesen sind.

Großwaltersdorf.

Wer einmal unter fachkundiger Anleitung Äpfel mit Birnen vergleichen will, ist morgen auf dem Gelände des Kartoffellagerhauses Großwaltersdorf richtig. Im Eppendorfer Ortsteil findet der traditionelle mittelsächsische Streuobsttag statt. Der vom Landschaftspflegeverband Mulde/Flöha ins Leben gerufene Vitamingipfel erlebt in diesem Jahr bereits seine zehnte Auflage.

"Wir wollen die Leute für die Schönheit von Streuobstwiesen begeistern und das Wissen über die vielen Arten erweitern", sagt Jörg Semmig, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes. Die typischen Streuobstsorten zeichnen sich aus seiner Sicht durch eine große Geschmacksvielfalt aus. "Da können die in den Lebensmittelmärkten angebotenen Industriesorten nicht mithalten", erklärt der 51-Jährige.

Wer sich davon persönlich überzeugen möchte, kann am Samstag ausgewählte Sorten verkosten. Zum Streuobsttag seien nicht nur Besitzer von klassischen Obstwiesen, sondern auch von Grundstücken, auf denen nur ein einzelner Baum steht, willkommen. "Wer dann zum Beispiel wissen möchte, welche Sorte an seinem Baum wächst, kann sie bestimmen lassen. Dafür sind drei bis fünf Früchte mitzubringen", sagt Semmig, der seit der Gründung vor 20Jahren den Verband als Geschäftsführer leitet und einen Universitäts-Abschluss als Diplom- Agar-Ingenieur in der Tasche hat.

Schon jetzt haben sich mit Minister von Hammerstein, Goldrenette von Blenheim und Prinz Albrecht von Preußen interessante Teilnehmer angesagt. "Nein, wir veranstalten nicht etwa parallel ein Treffen des ehemaligen Hochadels. Vielmehr handelt es sich dabei um altbewährte Apfelsorten", sagt Semmig. Diese sind Teil der mittlerweile reichlich 250 Sorten umfassenden Obstausstellung, die während des Tages in Großwaltersdorf zu sehen sein wird.

Mit dem besonderen Naturtag will sich der Verband für den Erhalt der Streuobstwiesen in Mittelsachsen einzusetzen. "Durch vielfältige Aktivitäten wie zum Beispiel Neu- oder Nachpflanzung von Streuobstwiesen, Obstsortenschauen, Obstsortenbestimmungen und Streuobstverkostungen wollen wir Menschen der Region auch über den Streuobststag hinaus für diese traditionelle Form der Landnutzung interessieren", sagt Semmig.

Ziel sei es schließlich, Streuobstwiesen als Teil der Kulturlandschaft innerhalb der Siedlungsbereiche und in der freien Landschaft zu erhalten. "Für die Ergänzungs- und Neuanpflanzungen von Streuobstwiesen gibt es zum Beispiel Förderprogramme, über die wir Interessenten gern beraten", sagt Semmig.

Streuobsttag am Samstag, 10 bis 16Uhr im Kartoffellagerhaus Großwaltersdorf, Am Gewerbepark 7.


Eine von vielen Aktivitäten

Der Landschaftspflegeverband Mulde/Flöha wurde 1998 gegründet und setzt sich insbesondere für eine nachhaltige natur- und umweltverträgliche Regionalentwicklung ein. Der seit zehn Jahren stattfindende Streuobsttag ist nur eine von vielen Aktivitäten.

Zu den Schwerpunkten in der Beratung und der Verbandsarbeit gehören auch die Anlage und Pflege von Hecken, Feldgehölzen und Baumreihen für Landnutzer und -eigentümer. Auch die Renaturierung und Sanierung von Teichen ist Teil der Arbeit. Der Verband mit Sitz in 09575 Großwaltersdorf, Gränitzer Straße 8, bietet zudem kostenlose Beratungen zu Fördermöglichkeiten für Landbewirtschaftung und Naturschutz an. (kbe)

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