Festakt in Halsbrücke löst weiteren Unmut aus

CDU-Bundestagsmitglied Veronika Bellmann hat Einladung zu spät erhalten

Halsbrücke.

Bei der feierlichen Verkehrsfreigabe der Staatsstraße 196 in Halsbrücke hatte Lars Roßmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr am Freitag voriger Woche ausdrücklich auf das Protokoll der Veranstaltung hingewiesen. Als Leiter der Niederlassung Zschopau verkündete er, wer das Band durchschneiden werde. Die politische Etikette war möglicherweise dennoch nicht korrekt befolgt worden: Die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, in deren Wahlkreis Halsbrücke liegt, hat sich verärgert gezeigt, zu spät von dem Festakt erfahren zu haben.

Die Einladung habe ihr Berliner Büro "leider nur auf dem Postweg" am 17. Juli 2020 erreicht, so Bellmann. Wegen Betriebsurlaubes seien ihre Büros aber vom 13. bis 24. Juli geschlossen gewesen. Sie selbst habe auf Reisen nur ihre elektronische Post im Blick behalten können. Dass sie von der Einladung keine Kenntnis gehabt habe, sei "besonders ärgerlich", da sie ihren Urlaub an jenem Freitag extra wegen eines Firmenjubiläums bei Pyral und der Gründung der Werteunion Mittelsachsen in Freiberg unterbrochen habe: "Gern wäre ich auch in Halsbrücke dabei gewesen." Sie hätte ohne Weiteres zwei oder drei Stunden eher von der Ostseeküste starten können: "Für meinen Wahlkreis hätte ich das schon getan."

In sozialen Medien war zuvor kritisiert worden, dass in Halsbrücke nur Landespolitiker von CDU und AfD zugegen waren. Aus dem Dresdner Verkehrsministerium war dazu erklärt worden, wie üblich seien der Präsident und die Fraktionen des Landtages eingeladen gewesen. Auf Bellmanns Kritik entgegnet Pressereferent Christian Adler, die Einladung per Post entspreche dem gängigen protokollarischen Vorgehen: "Auf die konkrete Büroorganisation der Abgeordneten beziehungsweise die organisatorischen Absprachen beziehungsweise Abläufe zwischen dem Büro der Bundestagsabgeordneten und der Landtagsfraktion, die ja in Halsbrücke vertreten war, haben wir keinen Einfluss."

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