Festnetz-Störung in Flöha: Schuld waren kaputte Kabel

Seit Montag hatten zahlreiche Einwohner weder Internet noch Festnetzempfang. Auch das Rathaus war betroffen. Wer den Komplettausfall verursacht hat, ist unklar.

Flöha.

Keine Verbindung möglich: Weder über Festnetz noch über Internet waren Teile von Flöha seit Montagnachmittag erreichbar. Unter den Betroffenen war auch die Stadtverwaltung. "Der Telefonanschluss ist gestört", teilte Hauptamtsleiter Martin Mrosek am Dienstagmorgen auf der Internetseite der Stadt mit. Auch online war die Verwaltung überwiegend nicht erreichbar, berichtete Bürgermeister Volker Holuscha (Die Linke). Er habe eine zweite Leitung über die Antennengemeinschaft, der Emailverkehr sei eingeschränkt möglich gewesen. "Nach unserem Kenntnisstand liegt das Problem an einer Störung bei Vodafone", teilte er mit.

Eine Nachfrage bei den Telekommunikationsunternehmen ergab: Vodafone- und 1&1-Kunden hatten keinen Empfang. Der sollte nach einem Tag eigentlich wieder hergestellt sein: "Unsere Technikspezialisten werden die betroffenen Haushalte im Idealfall im Laufe des heutigen Dienstages wieder an das Festnetz anschließen", erklärte Volker Petendorf, Konzernsprecher von Vodafone Deutschland. Zum Redaktionsschluss am Dienstagabend funktionierten die Telefone im Rathaus nach wie vor nicht. Als Notlösung war ein Diensthandy über die Nummer der Stadtverwaltung erreichbar. "Wir warten Mittwochfrüh ab", so Mrosek. "Wenn es dann nicht funktioniert, lassen wir wie beim Brückenbrand die Telefone über Funk einrichten."

Christoph Ulrich

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Laut Petendorf konnten zwischenzeitlich 1400 Haushalte in Flöha weder telefonieren noch surfen. Der Grund lag auf einer Zufuhrtrasse: Ein Kabelschaden. "Mit umfangreichen Messungen haben wir die genaue Schadstelle entlang einer Bahnstrecke lokalisiert", teilte er am Dienstagvormittag mit. Zu diesem Zeitpunkt seien die Technik-Spezialisten bereits vor Ort gewesen, um die zur Reparatur notwendigen Montage- und Spleißarbeiten durchzuführen, also zertrennte Kabel wieder zu verbinden. Eine Nachfrage der Stadtverwaltung bei Vodafone am Nachmittag aber ergab, dass die Reparatur deutlich komplizierter sei als zunächst angenommen.

Wer die Schuld an dem Kabelschaden trägt, war unklar. Vodafone lagen dazu keine Informationen vor. "Klassischerweise werden Kabelstränge bei Bauarbeiten beschädigt", so Petendorf. Ob das auf der Trasse nach Flöha der Fall sei, könne er indes noch nicht bestätigen. Zu einer möglichen Sachbeschädigung lagen der Polizei am Nachmittag keine Erkenntnisse vor, wie eine Mitarbeiterin der Pressestelle erklärte. Auch der Bundespolizei, die für die Strafverfolgung auf Bahnhöfen und Gleisanlagen zuständig ist, war auf Nachfrage nichts bekannt.

"Wir bitten die betroffenen Festnetzkunden noch um etwas Geduld und um Entschuldigung für ihre vorübergehenden Unannehmlichkeiten", so der Vodafone-Sprecher. "Wir setzen alles Menschenmögliche daran, dass die betroffenen Kunden schnellstmöglich wieder Internet und Telefon nutzen können." Ob die Anschlussbesitzer entschädigt werden, sie abhängig von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Verträge, so Petendorf.

Dass auch Kunden des Unternehmens 1&1 keine Netzverbindung hatten, liegt daran, dass der Anbieter unter anderem die Leitungen von Vodafone für DSL-Anschlüsse nutzt. "Im Vorwahlbereich 03726 gibt es eine Störung bei einem unserer Leitungspartner, die einen Teil unserer Kunden betrifft", bestätigte Kerstin Corea, Junior PR Managerin von 1&1. Weitere Informationen zur Ursache lagen auch ihr nicht vor. Kunden der Telekom hatten keine Verbindungsprobleme: "Uns liegt aktuelle keine Störung in Flöha vor", teilte Lisa Machnig von der Pressestelle mit.

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1Kommentare
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    1
    576218
    15.05.2019

    "Wir arbeite mit Hochdruck, warten auf ein Kabel..." So die Aussage gestern. Bis heute früh sollte es wieder funktionieren. Naja, nix geht! War fast zu erwarten. In einer strukturschwachen, weit abgelegenen Gegend dauert es halt...



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