Finanzspritze für freie Bäche

1,1 Millionen Euro lässt das Land nach Mittel-sachsen fließen, damit die 54 Kommunen ihre kleinen Gewässer besser für Starkregen wappnen können.

Großhartmannsdorf.

Das Wort selbst ist ein Ungeheuer, die Finanzhilfe dagegen durchaus nützlich: Im sächsischen Gewässerunterhaltungsunterstützungsgesetz ist geregelt, dass die Kommunen in diesem und im nächsten Jahr Geld vom Land bekommen, um ihre kleinen Bäche in Ordnung zu bringen und zu halten. Zweimal 10 Millionen Euro macht der Freistaat für Gewässer zweiter Ordnung locker. Allein nach Mittelsachsen fließen demnach 1,1 Millionen Euro für rund 2222 Bach-Kilometer.

Hintergrund ist, dass bei den vergangenen Hochwasserkatastrophen viele kleine Bäche innerhalb kürzester Zeit über die Ufer traten, Straßen überspülten und massiv Schäden verursachten. Viele Hochwasserschäden sind mittlerweile behoben. Gegenwärtig führen die Bäche wieder gut Wasser. Um die Gefahr für die Zukunft einzudämmen, gewährt der Freistaat den pauschalen Zuschuss. Wer wie viel bekommt, wird nach "laufenden vollen 100 Metern Gewässer" berechnet, erklärt Ingolf Ulrich, Pressesprecher der Landesdirektion.

Dazu ein paar Beispiele aus dem Landkreis: Großhartmannsdorf ist für die Unterhaltung von 37,3 Bach-Kilometern zuständig. Dazu zählt unter anderem der Saidenbach. Dafür gibt es finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 18.800 Euro. "Das hilft beim Wirtschaften", sagt Bürgermeister Werner Schubert (CDU) auf Nachfrage. Das Geld dürfen Städte und Gemeinden unter anderem verwenden, um das Gewässerbett sowie das Ufer samt Ufervegetation zu erhalten und um sicherzustellen, dass das Wasser geordnet fließen kann. Außerdem kann damit die ökologischen Funktion des Gewässers insbesondere als Lebensraum von wildlebenden Tieren und Pflanzen unterstützt werden. "Alle paar Jahre lagert sich was in den Durchlässen ab. Das muss bereinigt werden", nennt Schubert ein simples Beispiel.

Leisnig hat den längsten Bachlauf in Mittelsachsen instandzuhalten. Für 89,2 Kilometer gibt es rund 44.900 Euro Zuschuss. Den kürzesten Bachlauf hat die Gemeinde Mühlau instandzusetzen: Für 5,2 Kilometer Bach gibt es rund 2800 Euro. Rechenberg-Bienenmühle ist für 83,7 Bach-Kilometer zuständig und bekommt für die Instandhaltung rund 42.100 Euro. Die Stadt Freiberg kümmert sich um Bachläufe von insgesamt 44,2 Kilometern Länge und bekommt dafür einen Zuschuss von rund 22.200 Euro. Dabei geht es vor allem um Dorfbäche. Die Freiberger Mulde ist davon ausgenommen, weil sie von der tschechischen Grenze bis hin zum Zusammenfluss mit der Zwickauer Mulde in Sermuth als Gewässer erster Ordnung zählt. Für diese Bäche, Flüsse, Teiche und Talsperren sind nicht die Kommunen zuständig, sondern die Landestalsperrenverwaltung. Das Geld wurde den Kommunen Ende Februar ausgezahlt. Die Finanzspritze für 2020 soll zum 28. Februar 2020 bereitgestellt werden, teilt Ulrich mit.


Gewässer per Gesetz definiert

Freiberger Mulde, Bobritzsch, Flöha, Gimmlitz, Zschopau sind beispielsweise Gewässer erster Ordnung. Das ist per Gesetz definiert. Zuständig ist die Landestalsperrenverwaltung. Alle kleineren Bäche oder auch bestimmte Teilstücke sind Gewässer zweiter Ordnung.

So gilt der Saidenbach von der Quelle bis zum Vorbecken der Talsperre Saidenbach als Gewässer zweiter Ordnung; zuständig ist die Gemeinde. Im weiteren Verlauf bis zur Mündung in die Flöha gilt der Saidenbach dann als Gewässer erster Ordnung. (cor)

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