"Flöha kann tatsächlich ausgehen"

Das Konzert der Big Band der Bundeswehr in Flöha hat für große Begeisterung gesorgt. Die Musiker, die Helfer und in erster Linie die Organisatoren wurden mit Lob überschüttet.

Flöha.

Halb fünf am gestrigen Morgen war die Bühne wieder weg. "Einfach nur Wahnsinn, wie groß die war, und wie die einfach in zwei großen Trucks verschwunden ist", sagte Martin Müller. Der zweite Vorsitzende des Flöhaer Musikvereins war Organisationsleiter eines Konzertes, das noch eine Weile Stadtgespräch bleiben wird. 2300 Besucher waren es am Ende, die das kostenfreie Konzert der Big Band der Bundeswehr auf dem Gelände der Alten Baumwolle miterlebten und zu einem der größten Kulturereignisse der letzten Jahrzehnte machten.

Martin Müller hatte in den Wochen vor dem Konzert alle Hände voll zu tun, blieb bis zum Ende des Abbaus vor Ort und stand gestern Vormittag ab 8 Uhr schon wieder an der Alten Baumwolle. "Das war ein Kraftakt. Ich danke allen, die uns geholfen haben, von ganzem Herzen", sagte Müller, der gestern zugleich seinen letzten Arbeitstag im Flöhaer Rathaus hatte. Ortsvorsteher von Falkenau bleibt er weiter, als städtischer Mitarbeiter geht er aber in Rente.


Sein Chef, Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha (Linke), war nach dem Konzertabend ebenfalls voll des Lobes. "Es war ein kultureller Höhepunkt für unsere Stadt", sagte er. "Ich habe auch schon mit den Verantwortlichen der Big Band gesprochen. Wie und wann wir das schaffen, kann ich noch nicht sagen. Aber ich bin mir sicher: Die kommen wieder."

Denn sowohl die Leistung der Helfer, der städtischen Mitarbeiter, der freiwilligen Feuerwehr als auch die Zusammenarbeit mit der Polizei habe hervorragend geklappt, freute sich das Stadtoberhaupt. "Bei den aktuellen Sicherheitsauflagen hätte so mancher Verein aufgegeben. Aber wir haben das gemeinsam gestemmt", sagte Holuscha. "Großen Dank an alle Beteiligten."

Zudem habe sich die Alte Baumwolle als sehr guter Ort für Open-Air-Konzerte herausgestellt, wie Johannes Langendorf, Tourmanager und Moderator der Big Band, feststellte. "Für eine Erstveranstaltung war alles hervorragend organisiert", sagte er. "Auch die Helfer waren super. So schnell wie in Flöha war unsere Bühne noch nie aufgebaut."

Langendorf hatte vor dem Konzert und während einer Pause noch eine ganz wichtige Aufgabe: Er animierte die Konzertbesucher, für den Musikverein Flöha zu spenden. Es sollen Instrumente für den Nachwuchs angeschafft werden. Am Ende kamen rund 4800 Euro zusammen, wie Martin Müller gestern berichten konnte. "Das ist eine stolze Summe", sagte er. "Wir danken allen Spendern."

Mit den 2300 Besuchern war Müller nur bedingt zufrieden. "Es hätten gern ein paar mehr sein können. Ganz sicher hat der Regenguss, der gegen 19 Uhr rund um Flöha niederging, einige davon abgehalten vorbeizukommen", vermutete er. Dabei hätte Müller am liebsten alle persönlich angerufen, um ihnen mitzuteilen, dass das Wetter halten wird. Womit er Recht behalten sollte, denn pünktlich zu Konzertbeginn ließ sich die Sonne blicken. Dass sich auch die Gäste eine Wiederholung wünschen, zeigt der Spruch eines Besuchers: "Das war echt gelungen. Flöha kann tatsächlich ausgehen", sagte er.

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