Flutschutz: Container bringen Pumpen in Ordnung

Mit fünf Spezialcontainern für die Technik ist Flöha jetzt gut gerüstet. Aber ein Sorgenkind gibt es trotzdem noch.

Flöha.

Es geht jetzt alles schneller, aber bis es auch noch leichter geht, werden noch ein paar Wochen vergehen. Die fünf Spezialcontainer für die mobile Hochwasserschutztechnik sind eingetroffen. Es fehlt noch der Anbaukran für den Unimog-Laster, mit dem die Container leichter be- und entladen werden können. Der soll voraussichtlich bis September geliefert werden, sagt Hauptamtsleiter Martin Mrosek, der für den Brand- und Katastrophenschutz in Flöha zuständig ist.

Die Spezialcontainer, die von der Firma Nagütec in Flöha angefertigt wurden, tragen die mobilen Pumpen und sämtliche Zubehörteile, die im Falle von Starkregen in den dafür vorgesehenen Schächten am Möbitzbach, am Schweddeybach sowie an der Alten Baumwolle (Mühlgraben) platziert werden.

Im Ernstfall wird damit Wasser aus den kleinen Bächen in die Zschopau geleitet. Eine erste Aufbauübung der Bauhof-Mitarbeiter am Möbitzbach sei grundsätzlich erfolgreich gewesen, so Mrosek. Weitere Übungen folgen, kündigt der Hauptamtsleiter an.

Gut 70.000 Euro kosten die fünf Spezialcontainer, für deren Herstellung es nur das Angebot der Firma Nagütec gab. Die Container bestehen aus einem Grundgerüst mit speziellen Befestigungsmöglichkeiten für die Pumpen, Schläuche und Elektroverteilerkästen. Die Anschaffung wird mit Fördergeld unterstützt. Die Förderquote beträgt 75Prozent der geplanten 130.000Euro Gesamtkosten für die Hochwasserschutzausrüstung. Der Aufbaukran für den Unimog-Laster wird knapp 71.000 Euro kosten. Beide Anschaffungen sind damit teurer als geplant, doch die gut 10.000 Euro Mehrkosten werden nach Angaben der Verwaltung ebenfalls gefördert.

Unbeantwortet blieb bei der Vergabe der Aufträge im Technischen Ausschuss die Frage von CDU-Stadtrat Stefan Weigner, ob der Anbaukran auch auf einen neuen Unimog-Laster passen würde. Der jetzige Lkw ist bereits sechs Jahre alt. Doch Stanimir Enew aus der Bauverwaltung wies darauf hin, dass der Vorgänger-Unimog immerhin ein stolzes Betriebsalter von 26 Dienstjahren erreichte.

Mit den Transporthilfen für die Hochwasserschutztechnik ist die Stadt jetzt gut ausgerüstet für die Sicherung der Gewässer zweiter Ordnung. Unklar ist dagegen weiterhin die Umsetzung des Konzeptes zur Binnenentwässerung, weil die Finanzierung ungewiss ist. Geschäftsführer Ulrich Pötzsch vom zuständigen Wasser-Zweckverband ZWA sagte gestern, dass der Verband am Konzept festhält, das fünf mobile Pumpenanlagen und einen Kanal vom Schulberg bis zur Landbrücke vorsieht. Gesamtkosten: rund 3 Millionen Euro. Pötzsch lobte Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha, der sich sehr um eine Klärung der Finanzierungsfrage bemühe.


Der Flutschutz-Baukasten

Beim Hochwasserschutz unterscheidet man Maßnahmen für Gewässer erster Ordnung, wie es zum Beispiel die Flöha und die Zschopau sind. Dafür ist der Freistaat Sachsen zuständig, der die Maßnahmen finanziert. In Flöha wurde dafür 22 Millionen Euro in Mauern, Dämme oder das Anlegen von Überflutungsflächen investiert.

Für Gewässer zweiter Ordnung, wie zum Beispiel in Flöha der Möbitzbach oder der Schweddeybach, ist grundsätzlich die Stadt oder Gemeinde zuständig. Wobei der Freistaat Schutzmaßnahmen an diesen Gewässern mit bis zu 70 Prozent fördert. Messlatte für eine Förderung ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Der Wert der zu schützenden Güter muss höher sein als die Kosten der Maßnahmen.

Die Binnenentwässerung ist ein weiterer Baustein des Hochwasserschutzes. Es geht um das Oberflächenwasser, das etwa von bebauten Flächen in die Abwasserkanäle fließt oder um steigende Grundwasserspiegel. Dieses Wasser muss über die Hochwasserschutzanlagen zurück in die Flüsse geführt werden. Ansonsten laufen die von Mauern und Deichen geschützten Bereiche voll wie eine Badewanne. Für die Binnenentwässerung sind die Wasser-Zweckverbände zuständig. Die Vorhaben werden ebenfalls gefördert, aber zu einem weitaus geringeren Anteil. (mbe)

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