Freie Schule: Richtspruch für neuen Anbau

In Freiberg wird derzeit an vier Schulen gleichzeitig gebaut, um Platz zu schaffen. Auch der Anbau an der Tschaikowski- straße nimmt Gestalt an.

Freiberg.

Mit einem traditionellen Richtspruch ist der Anbau der Freien Gemeinschaftlichen Schule Maria Montessori (FGS) auf dem Wasserberg in Freiberg gestern Nachmittag gesegnet worden.

Ab März 2019 könnten die naturwissenschaftlichen Fachkabinette genutzt werden, ab nächstem Schuljahr soll dann etwa die Hälfte der insgesamt 230 Schüler die Stammgruppenzimmer im Neubau beziehen können. "Der Anbau bringt eine deutliche Entlastung. Dass es so eng zugeht, liegt einerseits daran, dass im Schulgebäude sechs Zimmer wegen mangelnden Brandschutzes gesperrt sind. Andererseits wachsen die Schülerzahlen", sagte Schulleiter Achim Steinhardt gestern. Zum Vergleich: 2010 besuchten 170 Kinder die Schule. Ab nächsten Schuljahr soll eine neue, vierte Stammgruppe gestartet werden, um den vielen Anmeldungen gerecht zu werden. Das Lernen in altersgemischten Stammgruppen statt in herkömmlichen Klassen ist die Besonderheit der Freien Schule. Neu ab diesem Schuljahr ist, dass die FGS neben Grundschule und Gymnasium nun auch Oberschule ist.

Im Dezember 2017 wurde der Grundstein für den Anbau gelegt. Ab April war es auf der Baustelle plötzlich still geworden - für drei Monate. Das lag unter anderem daran, sagte Sybille Ott, dass ein Bauteil fehlte. Ott gehört dem Vorstand des Christlichen Schulvereins an, der privater Träger der Schule ist.

Der Verein hatte das etwa 1,4Hektar große Grundstück des früheren Rüleingymnasiums für rund 385.000 Euro von der Stadt gekauft. Zuletzt wurde mit Kosten von 2,4 Millionen Euro gerechnet. "Das wird nicht reichen", vermutet Steinhardt mit Blick auf die hohen Bau- und Materialpreise. Den Bau finanziert der Verein über Kredite, Spenden und ein sogenanntes Baugeld von 20 Euro pro Monat, welches die Eltern zusätzlich zum Schulgeld zahlen müssen.

Dass nun tatsächlich Richtfest gefeiert werden kann, gab Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) zu, hätte er im Dezember angesichts eines erwarteten harten Winters so nicht gedacht. Er freue sich über den Baufortschritt.

Die Freie Schule ist eine von vier Schulen, an denen derzeit im Stadtgebiet parallel gebaut wird. Dazu zählen die Schulen Ohain, Agricola und Böhme. Den nächsten Anbau bekommt die Winkler-Schule. Dort sollen eine neue Mensa und neue Fachräume entstehen. Den Fördergeldantrag habe er gestern fristgerecht eingereicht, sagte Krüger. Mit all diesen Maßnahmen könnte die Stadt dem Schülerboom gerecht werden, bestätigte er auf Nachfrage. Er sagte aber auch: "Ohne die Freie Gemeinschaftliche Schule müssten wir als Stadt noch eine Schule bauen." Eine Klasse pro Jahr nehme die Freie Schule den städtischen Schulen ab. Die Freie Schule wiederum braucht die Schüler und deren Schulgeld, um sich finanzieren zu können.

Neben den vier An-, Um- und Neubauten ist in den Sommerferien in sechs weiteren Schulen für rund 250.000 Euro repariert und modernisiert worden. An zwei Grundschulen stehen noch Ausbesserungen an. Was mit dem alten, weiter genutzten Schulgebäude der FGS künftig passiert - grundhafte Sanierung oder ein weiterer Anbau - wird bereits diskutiert.

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