Freie Wähler fordern: Behörde an die Basis

Der Kreistag soll nicht nur öfter und auch außerhalb Freibergs tagen. Mit Bürgerbüros, so ein weiterer Vorschlag, sollen auch Wege kürzer werden.

Freiberg.

Die Vorschläge für fünf statt bislang drei Sitzungen zugunsten von mehr Meinungsvielfalt im neugewählten Kreistag stoßen bei den neuen Kreisräten auf breite Zustimmung. "Mammutveranstaltungen sind für keinen ehrenamtlich Tätigen ansprechend", sagt Lars Naumann, den die Fraktion Freie Wähler einstimmig zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt hat. Der Burgstädter Bürgermeister hat bereits seit zwei Legislaturen im Kreistag gearbeitet.

Doch die Freien Wähler gehen weiter und kündigen entsprechende Anträge an. Auch die Informationen des Landrats müssten danach gestrafft werden, hieß es am Mittwoch aus der Fraktion. Und es sollten auch in diesem Teil der Sitzungen Rückfragen möglich sein, heißt es.


Zum Konzept für mehr Bürgernähe und Öffnung des Kreistages zählten die Freien Wähler eine Reihe weiterer Vorstöße, wie Maria Euchler, Kriebsteiner Bürgermeisterin und neu gewählte Medien- und Pressesprecherin der Fraktion, berichtet: "Warum tagt der Kreistag nur in Freiberg? Warum gibt es nur einmal im Jahr eine Bürgerfragestunde?" Um das Interesse der Bürger zu fördern und die Belastung für die ehrenamtlichen Kreisräte zu minimieren, fordern sie einen Sitzungswechsel durch den gesamten Kreis. Euchler erinnert: "Früher fanden auch Sitzungen in Döbeln und Mittweida statt. Auch Frankenberg, Rochlitz oder Burgstädt haben große Räumlichkeiten." Um Kosten für Sitzungen außerhalb von Freiberg zu senken, setzen sich die Freien Wähler dafür ein, dass nur die jeweils für die Tagesordnung wichtigen Verwaltungsmitarbeiter teilnehmen: "So können Überstunden, Fahrzeit und dadurch Kosten gespart werden", betont Euchler und fügt hinzu: "Mit diesem Wechsel-Prinzip sprechen wir mehr Bürger an, sich eine Kreistagssitzung anzuschauen. Dort werden die Dinge entschieden, mit denen wir tagtäglich zu tun haben."

Die mit 16 Mitgliedern künftig drittgrößte Fraktion im Kreistag spricht sich zudem dafür aus, dass an jedem einstigen Kreisstandort ein Bürgerbüro eingerichtet wird. "Ja, es gibt bereits Servicestellen oder Landratsamt-Standorte in Mittweida, Döbeln und Freiberg, die einige Arten von Anträgen entgegen nehmen, aber bei weitem nicht alle", schränkt Euchler ein und verweist auf Führerscheinanträge, die nur in Döbeln möglich sind. Nach Meinung der Freien Wähler müsse das Bürgerbüro dauerhaft geöffnet sein - "und es muss vom Elterngeld-, über den Führerschein bis hin zum Bauantrag jeder Antrag überall angenommen werden, getreu dem Motto: Nicht der Bürger muss laufen, sondern der Antrag".

Zum weiteren Vorstandsmitglied wählte die Fraktion neben Naumann und Euchler den Freiberger OB Sven Krüger, der Stellvertreter und Schatzmeister ist. (grit)

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