Freudentränen, Lachen, Dankbarkeit

28.500 Euro haben die Leser der "Freien Presse" für Angela Graichen gespendet. Die Frau aus Claußnitz ist gelähmt. Jetzt kann sie sich damit ein spezielles Auto kaufen und freut sich auf Ausflüge.

Claußnitz.

Schon als Angela Graichen am 20. Dezember erfuhr, dass bis dahin rund 20.000 Euro für sie gespendet wurden, war ihr anzuhören, wie aufgewühlt sie war. Beim Besuch der 53-Jährigen in Claußnitz am vergangenen Freitag sind auch ihre Eltern dabei. Sie raten, wie hoch das Endergebnis der Aktion "Leser helfen" wohl sein wird, 21.000 Euro, vielleicht 22.000? Als verkündet wird, dass es etwas mehr als 28.500 Euro sind, herrscht zunächst Schweigen. "Das kann doch nicht wahr sein", formt dann Angela Graichen als erstes einen Satz. Die Worte sind tränenerstickt. Ihre 74-jährige Mutter bricht in Weinen aus, der 75-jährige Vater ringt um Fassung.

"Kneift mich mal", sagt Angela Graichen, "dass ich es glaube." Nie habe sie gedacht, dass so viele Menschen an ihrem Schicksal teilhaben und Geld für sie geben. "Es ist so viel", flüstert Angela Graichen. "Ich bin unendlich dankbar. Viele Leute hätten das Geld für sich selbst doch sicher auch gebraucht", meint sie. Dann steht ein Lächeln in ihrem Gesicht.

Angela Graichen ist nach einem Rückenmarksinfarkt vor fünf Jahren von den Schultern abwärts gelähmt, auf den Rollstuhl und vielerlei andere Hilfe angewiesen. Ihre kleine Wohnung kann sie nicht oft verlassen. Arztbesuche zahlt die Krankenkasse, aber private Ausflüge muss sie selbst tragen. Und da kostet schon die Fahrt zu einem Einkauf im Chemnitz-Center knapp 90 Euro. Das Problem: Sie muss, im Rollstuhl sitzend, in einem Transporter gefahren werden. Um mobiler und flexibler zu sein, wünscht sie sich ein solches spezielles Auto. Durch die Unterstützung der Leser kann sie es nun anschaffen.

Ziele für Ausflüge hat sie bereits. "Ich wünsche mir sehr, wieder mal im Elbsandsteingebirge zu sein. Dort waren wir früher oft wandern", sagt sie und spricht dabei von ihrem an Krebs verstorbenem Mann und ihren vier Kindern. Die Jüngste ist 14 und hat auch Wünsche, möchte zum Beispiel das Klein-Erzgebirge zusammen mit ihrer Mutter sehen. Und wer steuert das Auto? "Ich fahre gern", sagt der Vater. Und: "Man kann die Dankbarkeit nicht in Worte fassen."

 


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