Fünf Fakten für Azubis

Jugendliche und Ausbilder treffen sich in der Alten Baumwolle - "Freie Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen

Flöha.

Zum ersten Mal hat in Flöha, genauer: in der Alten Baumwolle, eine Job- und Ausbildungsbörse stattgefunden. 41 Betriebe aus der Region haben am gestrigen Donnerstag die Gelegenheit genutzt, sich Schülern als Ausbildungsstelle zu präsentieren. Die "Freie Presse" hat mit Schülern, Unternehmen und einer Lehrerin gesprochen.

Worauf achten Schüler bei der Berufswahl?

"Die Arbeit soll mir Freude machen", sagt der 13-jährige Jonas aus Flöha. Das Thema Gehalt sei zwar wichtig, stehe für ihn aber nicht im Vordergrund. An der Schule arbeitet er im Sanitätsdienst, kümmert sich also um verletzte Schulkameraden. "Das finde ich sehr erfüllend", sagt er. Ähnlich sieht es auch die 13-jährige Amanda: "Ich will einen Sinn in dem erkennen, was ich beruflich mache."

Wie finden Jugendliche die passende Ausbildung?

Peggy Höger (42) arbeitet als Beratungslehrerin an der Oberschule Flöha-Plaue. "Im Unterricht arbeiten wir heraus, wo die Talente der Schüler liegen", sagt sie. Praktika bieten anschließend erste Einblicke in die Arbeitswelt. Zudem spiele auch die Familie eine wichtige Rolle bei der Suche nach der Ausbildungsstelle. Das bestätigt der 15-Jährige Nick: "Meine Eltern und meine Tante sind wichtige Ratgeber für mich." Doch die Betriebe sind ebenfalls gefragt: Gerüstbauer Kai Flößner (43) lädt daher Interessenten ein, ihn in Flöha zu besuchen. "Wenn ihr wollt, können wir einfach mal auf eine Baustelle fahren. Dann lernt ihr den Arbeitsalltag und das Betriebsklima kennen."

Wie viel Geld verdient man während einer Ausbildung?

Natürlich gibt es branchenabhängige Unterschiede. Dennoch scheinen bei vielen Betrieben die Zeiten vorbei zu sein, in denen Azubis nur wenige hundert Euro verdienen. Das Einstiegsgehalt beträgt oft circa 800 Euro im ersten Lehrjahr und steigert sich auf über 1000 Euro im dritten. Zudem bieten Unternehmen teils zusätzliche Anreize: Zuschüsse zum Führerschein oder höhere Gehälter bei guten Noten. Bei einem Betriebsbesuch oder beim Bewerbungsgespräch nachzufragen, lohnt sich.

Verdient man mit akademischen Berufen mehr?

Die Antwort lautet: ja. Nach einer aktuellen Studie der Internetplattform Gehalt.de verdienen Beschäftigte ohne akademische Ausbildung zwar früher Geld, beziehen jedoch niedrigere Einkommen. Mit zunehmendem Alter wächst die Differenz: Mit 50 Jahren liegt der Unterschied bei fast 30.000 Euro jährlich. Allerdings bieten viele Betriebe Weiterbildungen an. Nico Teutsch (38), Geschäftsführer beim Textilhersteller Otex in Flöha, betont, dass nach der Ausbildung auch ein Duales Studium beim Mutterkonzern Bauerfeind möglich sei. Und auch ohne Studium kann man Karriere machen: Claudia Gabriel (44) hat zunächst Fleischereifachverkäuferin gelernt, mittlerweile leitet sie zwei Edeka-Märkte in Flöha und Niederwiesa.

Sind Jugendliche schon bereit für die Arbeitswelt?

Manche tun sich nicht leicht mit dem Wechsel von der Schule in den Berufsalltag: mehr Verantwortung, längere Arbeitszeiten als in der Schule, Umgang mit schwierigen Kunden. Doch alle Betriebe, mit denen die "Freie Presse" sprach, waren sich dessen bewusst. Der Textilhersteller Otex hat sogar eine Stelle besetzt, die sich speziell um die Eingliederung von Auszubildenden und Quereinsteigern aus anderen Branchen kümmert. bjsc


Das sagen Besucher und Aussteller über die Job- und Ausbildungsbörse

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