Gipfel der Oederaner Handball-Legenden

Beim Treffen von rund 60 ehemaligen Sportlern im Memmendorfer "Stern" sind viele Erinnerungen wach geworden. Doch das war nicht alles.

Oederan.

Chef Wolfgang Eckardt hatte am Samstag seinen "Goldenen Stern" in Memmendorf keinesfalls zur Sportstätte umfunktioniert. Dennoch drehte sich im Haus an der B 173 alles um den Handball. Denn in der Gaststätte trafen sich auf Initiative von Volkmar und Hanns-Joachim Beer Damen und Herren, die die Geschichte dieser Mannschaftssportart in der Stadt mitgeprägt haben. Unter dem Motto "Wiedersehen macht Freude" versammelten sich rund 60 Legenden des Oederaner Handballsports. Da viele von ihnen mit Partner angereist waren, wuchs die Gruppe auf 100 Gäste an. Aber Mühen und Aufwand der Gastgeber im Vorfeld haben sich gelohnt. Denn die Handballer saßen stundenlang zusammen, um über vergangene Zeiten zu plaudern. Die ausgelegten Bilder, Chroniken, Programmhefte und Plakate dienten nicht nur als Anschauungsmaterial, sondern auch als Anregung für weitere Gespräche. So war auf den Drucksachen unter anderem zu lesen, dass in der alten Oederaner Sporthalle so manches hochkarätige Spiel ausgetragen wurde. Denn die Sportstätte war zu DDR-Zeiten jahrelang die einzige Sporthalle, die über die vorgeschriebenen Maße für Hallenhandball verfügte.

Hanns-Joachim Beer nutzte das Treffen zunächst, um einen Blick auf die Historie des örtlichen Handballsports, der in Deutschland seit nunmehr 100 Jahren organisiert betrieben wird, zu werfen. In seiner Rede tauchten immer wieder die Namen der Aktivisten Fritz Bohndorf, Lothar Bohndorf, Helga Reich, Irene Tippmann, Wolfgang Hertwig und Günter Hertwig sowie Klaus Sünder auf. Günter Hertwig, mittlerweile über 90 Jahre alt, war ebenso wie Klaus Sünder im "Stern" dabei.

Auch Hartmut Otto, der einst als "Oederaner Handballer des Jahrhunderts" gekürt wurde, saß an einem der Tische. "Ich habe noch Handball auf dem Großfeld gespielt, schaffte später mit meiner Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga und wurde mit der Truppe Bezirksmeister. Ich freue mich natürlich sehr, heute mit den Mannschaftskollegen von damals über unsere gemeinsame Zeit reden zu können. Zahlenmäßig sind wir heute gut vertreten", sagte der 83-Jährige. Auch wenn aktuell sowohl die Männer als auch die Frauen des HV Oederan in der 1. Bezirksklasse auf Punktejagd gehen, waren damals die Frauen aus der Stadt des Klein-Erzgebirges den Herren der Schöpfung sportlich voraus. "Sie haben es sogar geschafft, zwei Jahre in der DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse des Landes, mitzumischen. Auch sie sind der Einladung reichlich gefolgt", so Hanns-Joachim Beer.

Die Idee zu dem Treffen hatten sein Bruder Volkmar Beer und Joachim Zetzschke im vorigen Sommer. "Dann haben wir Nägel mit Köpfen gemacht", so Volkmar Beer. Die schwierigste Aufgabe sei gewesen, alle Adressen der ehemaligen Handballer herauszufinden. Nachdem die ersten Rückmeldungen eingegangen waren, wurde schnell klar, dass mit einer großen Resonanz zu rechnen sei. "Zudem haben sich fast alle der Eingeladenen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht kommen konnten, bedankt und uns einen guten Verlauf gewünscht", berichtete Hanns-Joachim Beer. Alle Gäste verewigten sich mit ihrem Namenszug auf einer großen Tafel, die mitten im Raum stand. "Dort kommt noch ein Gruppenfoto unseres Legende-Treffens drauf. Danach wird die Tafel einen würdigen Platz in der neuen Sporthalle Oederan bekommen", sagte Hanns-Joachim Beer. Die Anwesenden sprachen ihm und allen anderen Organisatoren Dank und Anerkennung aus. Und vielleicht, so die Beer-Brüder, gibt es in ein paar Jahren eine ähnliche Zusammenkunft.

"Unser Generation hofft, dass der zahlenmäßig größte Verein in der Stadt Oederan weiter - von den Kindern bis zu den Erwachsenen - im weiblichen als auch im männlichen Bereich erhalten bleibt und in der neuen, modernen Sporthalle größte Erfolge erzielt werden", sagte Hanns-Joachim Beer. Wie das funktioniert, haben er und seine Weggefährten der Jugend von heute vorgemacht.

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