Glockenstuhl schwebt über Grünberg

Glücksmomente für die Grünberger: Für 1,2Millionen Euro wird ihre ehemalige Schule zum Ortszentrum umgebaut.

Grünberg.

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und der Frühaufsteher hatte gestern in Grünberg allerhand zu sehen. Gegen 7 Uhr ging es an und auf der ehemaligen Schule hoch her. Ein großer Kran hob den etwa 250 bis 300 Kilogramm schweren Glockenstuhl sowie die etwa 150 Kilogramm schwere Glockenturmspitze auf das Gebäude.

"In den nächsten zwei Wochen wird an den beiden straßenseitigen Gauben sowie an der rückseitigen Gaube weitergearbeitet", sagte Architekt Uwe Kretzer. "Die Dachdecker beginnen in den nächsten Tagen mit der Eindeckung der Turmspitze. Der Glockenturm wird mit Schiefer eingedeckt." Eine Kugel zur Bekrönung der Glockenturmspitze sowie eine Wetterfahne sollen ebenfalls in den nächsten 14 Tagen angebracht werden.

Erst danach besteht Baufreiheit für die Dachdecker, sodass sie mit ihrer Arbeit auf dem restlichen Dach beginnen können. Auch der Innenausbau steht bereits in den Startlächern: "Ab sofort werden im 1. Obergeschoss die Fußböden trocken geheizt, damit es innen losgehen kann", so Uwe Kretzer weiter.

Die frühere Schule in dem Augustusburger Ortsteil ist etwas Besonderes: "Bis zur Schließung des Unterrichtes an der Grünberger Schule 1984 und darüber hinaus bis in unsere Tage war und ist sie wichtiges Zentrum des dörflichen Lebens", schreibt der Kultur - und Traditionsverein Grünberg 2003 auf seiner Internetseite. 20 Jahre lang hatten die Ortsvertreter hartnäckig darum gekämpft, dass das Gebäude wieder in kommunalen Besitz kommt und die Chance auf eine Wiederbelebung erhält. Und tatsächlich wird das denkmalgeschützte Haus inzwischen entkernt und saniert. Seit dem Frühjahr laufen die Umbauarbeiten der ehemaligen Schule zu einem Ortszentrum.

Im Obergeschoss entstehen vier große Wohnungen. Deren Nutzer können sich über an der Rückseite angebrachte Balkone freuen. Die untere Etage mit Büro und Versammlungsraum soll wieder für Vereins- und Ortsveranstaltungen genutzt werden. Das Gebäude erhält einen Zugang für behinderte Menschen. Die Zufahrt ist asphaltiert. Acht Stellplätze für Autos entstehen. Außerdem wird die Fläche hinter dem alljährlich in der Vorweihnachtszeit aufgestellten Schwibbogen befestigt. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich 1,2 Millionen Euro.

Der Umbau der alten Schule umfasst auch die Sanierung des Glockenturms. Dafür wurde vor vier Wochen der Turmknopf abgenommen, in dem ein Plasterohr mit Botschaften aus der Vergangenheit steckte, darunter historische Zeugnisse, die beim Bau der Schule 1886 in der Blechkugel deponiert worden waren. "Die historischen Dokumente aus der Zeit des Schulhausbaus sind bekannt", sagte Klaus Meister, der sich um die Grünberger Ortsgeschichte kümmert und Augenzeuge der Kugelöffnung war.

Wegen einiger Verzögerungen im Bauablauf rechnet die Stadtverwaltung Augustusburg mit einer Fertigstellung des Gebäudes gegen Ende dieses Jahres. Die Außenanlagen werden voraussichtlich erst im kommenden Jahr fertig. Da kann auch der frühe Vogel noch etwas länger schlafen. (mit vt, mbe)

www.gruenberg-erzgebirge.de

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