Gotteshaus steht auf sicheren Füßen

Seit knapp einem Jahr wird an der katholischen Kirche in Flöha gebaut. Das Haus behält seinen Charakter. Die Gemeinde bekommt zwar nicht mehr Platz, aber neue Räume.

Flöha.

Der Umbau und die Sanierung der katholischen Kirche "St. Theresia" in Flöha geht auf die Zielgerade. Im Dezember soll die Gemeinde in ihrer Kirche wieder Gottesdienste feiern können. Aktuell pendeln die katholischen Christen aus Flöha zur Heiligen Messe in die Nachbarorte Oederan oder Augustusburg.

Vor knapp einem Jahr haben die Umbau- und Sanierungsarbeiten in Flöha begonnen. Zunächst wurde die alte Garage im Hof abgerissen, bevor die Terrasse auf der Rückseite des 1964 geweihten Kirchenbaus erneuert wurde. Die stählernen Stützträger waren verrostet, die alte Terrasse wurde abgebrochen und am steilen Uferhang neu gegründet. Dafür wurden 22 Bohrpfähle mit je sechs Metern Länge im Hang verankert und auf dem Bohrpfahlgerüst ein Stahlbetonbalken befestigt. Im Frühjahr war die neue Terrasse fertig, die etwas kleiner ist als die alte, dafür stufenlos.

Im Juni begannen Umbauarbeiten am Kirchengebäude, das einen neuen, großzügigen Eingangsbereich bekommt. Weiterhin wird die ehemalige Pfarrwohnung umgebaut, in der schon seit 14 Jahren kein Pfarrer mehr wohnt. Die Wohnung wurde entkernt. Nach dem Umbau wird es darin neben dem Pfarrbüro einen Gemeinderaum geben, Sanitäranlagen und eine Küche, die bislang im Keller untergebracht war.

Der Eingangsbereich wird nach Abschluss der Bauarbeiten zu einem Foyer mit zusätzlicher Treppe ins Kellergeschoss, das zugleich trockengelegt wird. Letzter Bauabschnitt sind die Außenanlagen, die begrünt werden und Pkw-Stellplätze erhalten. Die Gesamtkosten für Umbau und Sanierung beziffert der leitende Pfarrer Roman Neumüll mit zirka 500.000 Euro. Zwei Drittel der Kosten sind Städtebaufördermittel von Bund und Land. Das restliche Drittel bringen Stadt und Kirche auf. Die Stadt bezuschusst den Umbau mit 50.700 Euro. "Wir sind sehr froh über die Unterstützung der Stadt", sagt Pfarrer Neumüll.

890 Mitglieder zählt die Gemeinde St. Theresia. Sie umfasst Flöha, Oederan, Augustusburg und Eppendorf und bildet eine Verwaltungseinheit mit den Gemeinden St. Konrad in Hainichen und St. Johannes der Täufer in Freiberg, von wo aus alle drei geleitet werden. In Freiberg haben auch die drei Pfarrer Roman Neumüll, Dominikus Goth und Matthias Kocner ihren Sitz.

Die katholische Kirche "St. Theresia" in Flöha wurde am 6. Dezember 1964 nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit geweiht. 2010 wurde über einen Umzug der Gemeinde in den Oederaner Bau der Alten Baumwolle diskutiert, weil die Kirche angeblich auf unsicherem Baugrund steht, was sich aber als Gerücht erwies. Die Planungen für den Umbau des früheren Fabrikgebäudes zum Gemeindezentrum wurden schließlich nicht weiter verfolgt.


Die Heilige mit der Rose

Theresia von Lisieux (1873 bis 1897) ist Namenspatronin der katholischen Kirchgemeinde Flöha. Sie wurde als jüngstes von neun Kindern des Ehepaars Louis und Zélie Martin geboren und wollte früh in den weiblichen Zweig des "Ordens der Brüder der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel" eintreten, einen Bettelorden. Mehrfach wurde ihr Aufnahmegesuch wegen ihres jungen Alters abgelehnt.

Mit 15 Jahren folgte sie schließlich ihren Schwestern Céline und Pauline zu den Karmelitinnen zu Lisieux. Ihr Klostername war "Thérèse de l'enfant Jesus" (franz.: Therese vom Kinde Jesu). Im Gegensatz zum strengen Gottesbild jener Zeit sah sie ihren Weg als einen der Hingabe an Gott und Mitmenschen, die sich gerade in kleinen Alltagsgesten äußere. Ihre Lebensgeschichte wurde unter dem Titel "Geschichte einer Seele" zwei Jahre nach ihrem frühen Tod veröffentlicht. Sie starb am 30. September 1897, gerade 24-jährig, an Tuberkulose. Kurz vor ihrem Tod soll sie den Wunsch geäußert haben, vom Himmel Rosen regnen zu lassen. Sie wird deshalb oft in Verbindung mit Rosen dargestellt. Auch die abstrakte Skulptur von Friedrich Press in der Flöhaer Kirche greift das Rosen-Thema auf.

Am 10. Juni 1914 wurde sie selig-, am 17. Mai 1925 heiliggesprochen. Sie wird als eine der ersten Heiligen der Moderne angesehen. 1997 wurde sie von Johannes Paul II. neben Katharina von Siena und Theresa von Avila als dritte Frau zur Kirchenlehrerin ernannt. (Quelle: Kath. Kirche Flöha)

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