Großbrand: 60 Einsatzkräfte gefordert

1500 Strohballen sind am Mittwochmorgen Opfer der Flammen geworden. Ersten Ermittlungen zufolge handelt es sich nicht um Brandstiftung.

Hohenfichte.

Dichter Rauch und jede Menge schwere Technik - ein Großbrand auf einem Feld der Firma Agro-Produkt Leubsdorf bringt seit Mittwochmorgen Feuerwehrleute wie auch Landwirte an ihre Grenzen. Gegen 1.45 Uhr waren die Einsatzkräfte alarmiert worden. Zu diesem Zeitpunkt jedoch standen viele Ballen einer großen Strohmiete schon in Flammen. Brandermittler der Polizei gehen davon aus, dass sich die Ballen selbst entzündeten.

Durch schnelles Eingreifen konnten die Feuerwehrleute zwar binnen einer Stunde verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Löscharbeiten sind in derartigen Fällen jedoch kompliziert: Erst wenn das Stroh verteilt ist, kann das Feuer komplett gelöscht werden. Sonst entstehen immer neue Glutnester.


Weit mehr als 15 Stunden im Einsatz war Falk Berger, der Gemeindewehrleiter von Leubsdorf. Er koordinierte das Vorgehen von 60 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren Hohenfichte, Leubsdorf, Schellenberg, Augustusburg, Erdmannsdorf, Flöha, Marbach, Eppendorf, Schönerstadt, Breitenau und Gahlenz. Unter seiner Verantwortung war bereits am Vormittag begonnen worden, mit drei Radladern von umliegenden Agrargenossenschaften die Strohballen auf dem Feld zu verteilen. Am Nachmittag rückte die von Einsatzleiter Berger angeforderte Technik des Technischen Hilfswerks (THW) an. Die Spezialisten sind in der Lage, auch unter Atemschutz ihren großen Radlader zu fahren. Außerdem war zu dem Zeitpunkt klar, dass die Löscharbeiten bis Einbruch der Dunkelheit nicht abgeschlossen sein würden. So galt es, die Ausleuchtung des Einsatzorts vorzubereiten.

Nach mehreren Lagebesprechungen war entschieden worden, eine 1,5 Kilometer lange Steigleitung von der Flöha bis zum Feld aufzubauen. "So konnten wir dann auf eine stabile Löschwasserversorgung zurückgreifen", erklärte Falk Berger am Abend auf Anfrage der "Freien Presse". Bis dahin kam das Löschwasser aus den 10.000-Liter-Fässern der Agrargenossenschaften und dem Tanklöschfahrzeug der Flöhaer Wehr, gepumpt aus dem Mühlgraben. Neben Feuerwehr und THW kämpften folglich auch Landwirte der betroffenen Genossenschaft, unterstützt von Kollegen aus Marbach, Kunnersdorf und Breitenau, gegen das Feuer. Für den Eigenschutz der Helfer, die den Tag über bereits an ihre physischen Grenzen gingen, war ein Rettungswagen angefordert worden. Da die Löscharbeiten ab Mittag unter Atemschutz fortgesetzt werden mussten, wurde ein spezieller Gerätewagen aus Freiberg, ausgestattet mit Atemschutztechnik, angefordert.

Als Thomas Wirth, der Chef von Agro-Produkt Leubsdorf, 2.15 Uhr vom Brand erfahren hatte, war das zunächst ein Schock, wie er am Mittwochabend erklärte. "Natürlich passt ein Feuer nie, aber große Aufregung hilft ja auch nichts", sagte er auf Anfrage. Auch wenn er 1500 Ballen Stroh eingebüßt hat, das als Einstreu und Futter für den Winter eingeplant war - ein katastrophaler Schaden sei das nicht, sagte er. Und weiter: "Die Strohernte in diesem Jahr war sehr gut, daher kommen wir auch trotz des Verlustes noch gut über den Winter."

Die gut 250 Kilogramm schweren Ballen, die mit einem Vlies abgedeckt waren, lagen seit gut sechs Wochen auf dem Feld und sollten bis Weihnachten verbraucht werden. Nach Informationen der Polizei Chemnitz soll bei dem Brand ein Schaden von mehreren zehntausend Euro entstanden sein. Während des Feuers waren Anwohner aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Brandgeruch war auch in Flöha zu bemerken.

Bis zum frühen Nachmittag hatte die Frage im Raum gestanden, warum die 1500 Strohballen in Brand geraten konnten. Nicht nur in Leubsdorf wurde darüber gemutmaßt, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte. Erinnerungen an die Bilder vom Großbrand am 1. Dezember 2014 in Breitenau kamen auf: Damals hatten 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren gegen das Feuer in einem 300 Quadratmeter großen Bergeraum gekämpft, in dem Strohballen der Agrozuchtfarm Breitenau lagerten. Die Arbeit eines kompletten Jahres war den Flammen seinerzeit zum Opfer gefallen. Der Schaden: 414.000 Euro.

Bei Redaktionsschluss ging Einsatzleiter Falk Berger davon aus, dass die Löscharbeiten noch bis 22 Uhr laufen. Er lobte auch die große Unterstützung der Anwohner.

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