Großer Auftritt kleiner Motoren

Damit er an der Strecke beim MAW-Treffen helfen konnte, verzichtete Marco Meusel auf den Ausritt mit seinem Hühnerschreck.

Oederan.

Eigentlich passte das Zweirad von Marco Meusel gar nicht zur Veranstaltung. Denn bei der vierten Auflage des MAW-Treffens, das vom Klein-Erzgebirge Oederan unter Federführung von Stephan Drichelt organisiert wurde, trafen sich die Liebhaber kleiner Motoren (MAW). Die reichlich ein PS starken Einzylinder-Zweitaktmotoren mit 49,5 Kubikzentimetern Hubraum wurden in den 1950er-Jahren für den Anbau an Fahrräder hergestellt. Als sich 15 Piloten mit ihren motorisierten Fahrrädern auf eine Rundfahrt begaben, donnerte Meusel mit einer schweren Maschinen über die Straße. "Ich habe mitgeholfen, als Streckenposten die Ausfahrt abzusichern", sagte der Oederaner.

Der Kurs verlief vom Klein-Erzgebirge über Görbersdorf, Gahlenz, Hammerleubsdorf zur Hetzdorfer Brücke, wo ein 15-minütiger Stopp eingelegt wurde. Von dort ging es zurück ins Klein-Erzgebirge. "Die Teilnehmer waren von der Runde begeistert. Dabei konnten es zwei von ihnen auch verschmerzen, dass ihre Motoren bei der Hitze vorübergehend schlapp machten", berichtete der 48-Jährige. Meusel hätte beim MAW-Treffen ebenso gut im Tross der knatternden Hilfsmotoren-Freunde mitfahren können. Denn er ist in Besitz eines solchen Fahrzeugs. "Mein Motor wurde 1956 gebaut und ist an einem Simson-Fahrrad montiert. Ich habe das Zweirad einst in Plauen gefunden, wo es in einer Garage völlig verdreckt und eingestaubt in der Ecke stand", sagte Meusel. Er habe das motorisierte Fahrrad, auch "Hühnerschreck" genannt, dann gesäubert, repariert und wieder einsatzbereit gemacht. "Wenn alles richtig läuft, beträgt die Höchstgeschwindigkeit 35 Kilometer pro Stunde. Dann ist die Motorleistung aber auch ausgereizt", sagte der Inhaber des historischen Gefährts. Trotz der Motorisierung wird mit Stempelbremse (Vorderrad) und Rücktritt (Hinterrad) gebremst. Gefahren wird ein Öl-Benzin-Gemisch im Verhältnis 1:33.

Meusel hat aber nicht nur diese Rarität in seinem Besitz. In mühevoller Kleinarbeit hat er in den letzten zwei Jahren ein Moped SR 2 originalgetreu aufgebaut, auch ein Moped vom Typ "Spatz" nennt er sein Eigentum. "Den Spatz habe ich von meinem Großvater geerbt. Auch dieses Zweirad befindet sich im Originalzustand", betonte Meusel. Für den SR 2 sammelte er sich alle Einzelteile zusammen und verband sie wieder zu einer Einheit. Anschließend erfolgte die Lackierung in Originalfarbe. Er habe sich den Erhalt der Fahrzeuge aus dem ehemaligen Ostblock auf die Fahnen geschrieben. "Die Technik ist fast völlig frei von Elektronik und somit wartungsfreundlich. Wenn es Probleme gibt, kannst du anhalten, schrauben und dann in der Regel weiterfahren", so der Experte. Doch nicht nur Zweiräder haben es ihm angetan. So stehen unter anderem auch unterschiedliche Typen des PKW Moskwitsch aus sowjetischer Produktion in seinem Fuhrpark.

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