Guss geglückt: Glocken werden im Mai geweiht

Überraschend schnell sind die neuen Glocken für das Geläut der Falkenauer Kirche gegossen worden. Und zur Finanzierung gibt es auch gute Nachrichten.

Falkenau.

Die neuen Glocken für das Geläut der Falkenauer Kirche sind fertig. Sie wurden vor zwei Wochen in Innsbruck gegossen, und eine Gruppe von 21 Gemeindemitgliedern hat das Spektakel vor Ort miterlebt. In drei Kleinbussen sind die Falkenauer am Vorabend des Glockengusses losgefahren. Am Tag des Glockengusses gab es zunächst eine Stadtführung durch die Tiroler Landeshauptstadt sowie einen Rundgang durch das kleine Museum der Firma Grassmayr. Michael Kluge gehörte zu den Falkenauern, die beim Glockenguss dabei waren. Er zeigte sich beeindruckt von der modernen Technik, die das traditionelle Handwerk des Glockengießens inzwischen erleichtert und die Präzision und Effizienz garantiert.

Im April war bei einer Kontrolle im Zusammenhang mit der Dachsanierung festgestellt worden, dass bei zwei der vier stählernen Glocken im Turm der 1955 geweihten Falkenauer Kirche die Tragachsen gerissen sind. Eine Reparatur der gut 60 Jahre alten Glocken erschien nicht sinnvoll, deshalb beschloss man, dass zwei neue Bronzeglocken gegossen werden sollen und das Geläut auf drei Glocken reduziert wird.

Auch die Finanzierung der neuen Glocken sei auf einem "guten Weg", sagte Michael Kluge. So wird die Stadt Flöha vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates zum Haushaltsplan 2020 einen Zuschuss von 15.000 Euro bereitstellen. Zudem hatte der Spendenaufruf der Kirchgemeinde eine große Resonanz. Michael Kluge spricht von einem sichtbaren Zeichen des Zusammenhalts im Dorf. Als nur ein Beispiel nennt er Glockenbrot und Glockenbrötchen der Landbäckerei Forberger, bei denen ein Teil des Erlöses in die Finanzierung der neuen Glocken fließt. Insgesamt muss die Kirchgemeinde einen Anteil von 33.000 Euro an den Gesamtkosten von rund 150.000 Euro aufbringen.

Die beiden, 900 und 770 Kilogramm schweren Bronzeglocken sollen voraussichtlich im Mai kommenden Jahres zum 65-jährigen Bestehen der Falkenauer Kirche geweiht werden. Die große Glocke trägt die Inschrift "Suchet den Herrn, so werdet ihr leben" und als Symbol das Kreuz. Auf der kleinen Glocke heißt es: "Dienet dem Herrn mit Freuden". Das Glockensymbol ist hier die Taube. "Aus Innsbruck gab es inzwischen das Signal, dass der Glockenguss geglückt ist", berichtet Michael Kluge.

Am 4. Oktober wurden bei der Firma Grassmayr in Innsbruck insgesamt elf Glocken gegossen. Der Guss erfolgt immer am Freitag, berichtet Michael Kluge. Damit können die Glocken am Wochenende abkühlen, werden dann aus der Lehmform genommen, geprüft und erhalten ihren "Feinschliff". Das Verfahren werde ständig weiterentwickelt, einmal im Monat gibt es Experimente zur Qualitätsentwicklung, heißt es auf der Internetseite der Firma. Der Familienbetrieb Grassmayr kann auf mehr als 400 Jahre Geschichte verweisen. In mehr als 100 Ländern weltweit erklingen Glocken des traditionsreichen Unternehmens. Die größte in Innsbruck gegossene Glocke wog 26 Tonnen.

Musikalische Buchlesung mit der Autorin Patricia Smolka, die aus ihrem Buch mit Porträtgeschichten liest, und dem Flötenkreis unter Leitung von Bettina Kunze am 10. November zu Gunsten des Kirchengeläuts Beginn ist 16 Uhr in der Kirche Falkenau.

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