Gut gerüstet für das flammende Inferno

In diesem Container geht es heiß her. In einer mobilen Anlage trainieren Feuerwehrleute. Auf etwas müssen sie dabei ganz besonders aufpassen.

Flöha.

Die Herausforderung war groß, denn es herrschten alles andere als gewöhnliche Bedingungen. Im Container war es dunkel, sehr heiß und durch das Löschwasser zudem richtig nass. Doch Martin Kirschen ließ sich von den äußeren Umständen nicht beeindrucken und zog seine Aufgabe in diesem für Laien eher unheimlichen Ort durch. Der 23-jährige Flöhaer zählte zu den knapp 150 Feuerwehrleuten aus der Region, die jetzt in einer Brandsimulationsanlage auf dem Gelände der Feuerwache in Flöha ein besonderes Training absolvierten.

In dem mobilen Container wurde mittels Gasflammen ein Wohnungs- und Kellerbrand simuliert, dabei mussten die Feuerwehrleute auf verschiedene Situationen reagieren. "Es geht bei dieser Art von Ausbildung nicht nur darum, dass Feuer richtig zu bekämpfen, sondern auch die richtigen Entscheidungen zum Schutz des eigenen Lebens zu treffen", sagte Jörg Petrus von der Firma Blaul und Seifert, die den Brandcontainer betreibt und damit in ganz Deutschland und Österreich unterwegs ist. Von seinem Leitstand aus konnte Jörg Petrus das Handeln der Kameraden genau verfolgen.

"Die eigene Sicherheit der Feuerwehrleute war stets gewährleistet. Für den Notfall gibt es mehrere Fluchttüren", sagte der Ausbilder. Nachdem die zwei Personen zählenden Trupps ihre rund 20-minütigen Übungen in der Anlage absolviert hatten, erfolgte die Auswertung. "Ich habe erklärt, was gut lief und was besser gemacht werden kann. Jeder Kamerad sollte auf jeden Fall mit einer positiven Erfahrung nach Hause gehen", sagte Petrus. Die Ausbildungsmöglichkeit im Brandcontainer nutzen unter anderem die freiwilligen Feuerwehren aus Flöha, Falkenau, Niederwiesa, Augustusburg, Leubsdorf, Lichtenau und Frankenberg.

"Überwindung hat es mich nicht gekostet, in den Container zu gehen, schließlich wurden wir vorher auch gut eingewiesen. Dennoch hatte ich vor der unbekannten Situation Respekt", sagte Kirschen. "Für mich war es auch das erste Mal, in einem brennenden Raum zu stehen. Mir zur Seite stand jedoch mit Nils Richter ein sehr erfahrener Kamerad, mit dem ich einen Trupp bildete. Das hat mir Sicherheit gegeben", schilderte der junge Mann. Für ihn sei es dennoch eine anstrengende Sache gewesen. "Der Gang in den Container hat mir geholfen, für den Ernstfall gerüstet zu sein", stellte der Feuerwehrmann schließlich klar.

Das Kirschen jetzt seine Premiere in der Brandsimulationsanlage erlebte, ist für Flöhas Wehrleiter Matthias Richter durchaus bemerkenswert. Denn er ist Teil eines Quartetts, zu dem auch Bert Braune, David Richter und Kay Morgenstern zählen, und das erst seit einem reichlichen Jahr der Truppe angehört "Sie haben die Probezeit gut gemeistert, sind aber nach wie vor dabei und haben sich auch weiter qualifiziert", sagte Matthias Richter. Dabei meint der Wehrchef nicht nur die regelmäßigen Ausbildungsdienste oder Einsätze. Vielmehr haben Kirschen und Co. in den vergangenen Monaten auch die Ausbildung zum Truppmann, die Funkerausbildung sowie die Atemschutzgeräteträgerausbildung absolviert. "Das sind deutlich mehr als 100 Stunden zusammen gekommen, die die Kameraden in ihrer Freizeit absolvieren müssen", macht Richter darauf aufmerksam, welche persönlichen Entbehrungen die Feuerwehrleute für das Gemeinwohl auf sich nehmen.

Die Freiwillige Feuerwehr Flöha rückte in diesem Jahr bereits zu 97 Einsätzen aus, darunter häufig zu technischen Hilfeleistungen. Bei der jüngsten Alarmierung am Montag wurde die Truppe wegen einer Dieselspur auf der Fahrbahn gerufen. Der aktive Kern der Wehr zählt 60 Einsatzkräfte.

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