Hat Flöha einen Feuerteufel?

Mehr als zehn brennende Fahrzeuge in den vergangenen Monaten - in der Nacht zu Freitag ein Wohnanhänger. Wieder war es Brandstiftung.

Flöha.

Die Heimfahrt von Chemnitz hatte sich ein Augustusburger sicher anders vorgestellt. Als der Mann, der anonym bleiben will, gegen Mitternacht in Höhe des Flöhaer Bahnhofs unterwegs war, bemerkte er dichten Qualm und Feuer. Sofort hielt er an der Schnellstraße an, machte die Warnblinker an und alarmierte die Feuerwehr. Anschließend kletterte er über die Begrenzungsmauer und eilte zum Feuer.

"Vor mir hatte scheinbar schon jemand die Feuerwehr angerufen, denn die war schon unterwegs. Die Feuerwehr kam etwa fünf Minuten später. Da brannte der Wohnanhänger schon lichterloh. Jemand anderen gesehen habe ich aber nicht." Der erste Anruf bei der Rettungsleitstelle kam von einem 30-Jährigen, der zuerst einen Knall und dann das Feuer bemerkte.


Der Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr Flöha ging 0 Uhr ein und 15 Einsatzkräfte rückten mit drei Fahrzeugen aus, wie Wehrleiter Matthias Richter erzählte. 30 Minuten lang dauerten die Löscharbeiten. Vom Wohnwagen blieb nicht mehr viel übrig.

Bei Tageslicht nahmen dann die Brandursachenermittler Jens Bochert und Frank Voitel von der Chemnitzer Polizei ihre Arbeit am Güterbahnhof auf. Gut anderthalb Stunden lang untersuchten die Beamten die Reste des Fahrzeugs und versuchten herauszufinden, ob das Feuer infolge von Tierfraß oder wegen eines technischen Defekts ausbrach. "Das würde aber voraussetzen, dass eine Batterie im Wohnanhänger war", sagte Jens Bochert. Diese fand er allerdings nicht an der Brandstelle. Der Wohnwagenbesitzer bestätigte, dass keine Batterie im Anhänger gewesen sei. "Eine Batterie würde nie restlos verbrennen. Wir hätten also eine finden müssen, wenn eine dort gewesen wäre", sagte der Beamte. Es seien nur noch Klemmen und Kabel zu sehen gewesen.

"Wir gehen davon aus, dass der Brand im hinteren rechten Teil in der Nähe der Tür ausgebrochen ist", so Bochert. Dort, an der Eingangstür, habe das Feuer am längsten beziehungsweise am intensivsten gebrannt. Dort, so die Ermittler, sei der Brand ausgebrochen. Um festzustellen, ob es sich um Brandstiftung handeln könnte, wurde dieser Bereich auf Brandbeschleuniger wie Benzin untersucht, und die Ermittler fanden heraus: Es handelte sich um Brandstiftung - wieder einmal.

Es ist nicht das erste Fahrzeug, das in der Umgebung abbrennt. Erst in der Nacht zu Mittwoch fing ein Auto in Niederwiesa Feuer. In den vergangenen Monaten gab es mehr als zehn ähnliche Brände in der Region. Ob alle in einem Zusammenhang stehen und ob ein Feuerteufel umgeht, ist nun zu prüfen.

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