Hausanschlüsse für Wasser werden teurer

Da Baupreise gestiegen sind, zieht nun auch der Zweckverband ZWA nach und bittet künftig Häuslebauer stärker zur Kasse.

Hainichen.

Wer im kommenden Jahr ein neues Haus baut und an das zentrale Wasser- und Abwassernetz anschließen will, muss mit höheren Kosten rechnen. Denn in der jüngsten Verbandsversammlung des Zweckverbandes Kommunale Wasserver-/Abwasserentsorgung "Mittleres Erzgebirgsvorland" (ZWA), Hainichen, haben die darin vertretenen Bürgermeister der Neukalkulation von Preisen für Leistungen wie Tiefbau zugestimmt.

Im Vergleich zur aktuell gültigen Preisliste steigen die Preise im Einzelfall teils um etwa 1000 Euro, was wiederum abhängig von den nötigen Bauleistungen für den Hausanschluss ist. Dazu hatte der ZWA konkrete Beispielrechnungen an Fällen aus der Realität benannt. So verteuert sich etwa eine Trennkanalisation in Flöha durch die neue Preisliste von 8200 auf rund 12.180 Euro. Das Herstellen eines Wasseranschlusses für ein Haus in Penig schlägt mit 2254 statt 1512 Euro zu Buche. "Wir müssen die Kosten aufgrund gestiegener Baupreise an die Kunden weitergeben", erklärte dazu kaufmännische Geschäftsleiter Dirk Kunze. Zuletzt war die Preisliste der Hausanschlusskosten auf Basis von Baupreisen im Jahr 2014 kalkuliert worden. Durch langfristige Ausschreibungen der Bauleistungen bestand seit 2011 Preisstabilität.

In der nun beschlossenen Neufassung der Preisliste, die ab 2021 gültig ist, gibt es eine weitere Änderung: die Bonuszahlung für Kunden, die Entgelte per Lastschriftverfahren an den ZWA zahlen, entfällt. Der Skontobetrag von 10 Euro bei Erteilung einer Einzugsermächtigung wird zum 1. Januar gestrichen. Der ZWA spart so 320.000 Euro Kosten pro Jahr ein. Unverändert bleiben die Grund- und Mengenpreise für Wasser und Abwasser.

In der Verbandsversammlung wurde der Lunzenauer Bürgermeister Ronny Hofmann als neuer Verbandsvorsitzender des ZWA vereidigt. Die Bürgermeister der am ZWA beteiligten Kommunen haben auch einer weiteren Personalie zugestimmt, wonach der neue Peniger Bürgermeister André Wolf in den Verwaltungsrat des Verbandes aufgenommen wurde.


Verband will mehr als 30 Millionen Euro investieren

Im kommenden Jahr will der Zweckverband ZWA nach der jetzt beschlossenen Haushaltssatzung und Wirtschaftsplan rund 30,4 Millionen Euro in Anlagen der Wasserver- und Abwasserentsorgung investieren. "Es ist anspruchsvoll, was wir uns an Investitionen vorgenommen haben. Wir drehen da ein großes Rad", sagte der kaufmännische Geschäftsleiter des ZWA, Dirk Kunze. Bereits das dritte in Folge werde in ähnlicher Größenordnung investiert. Das Gros der Gelder soll dem Plan zufolge im nächsten Jahr mit rund 22,4 Millionen Euro in den Bereich Abwasserentsorgung fließen. Als Investitionsschwerpunkte werden der Neubau von Kläranlagen in Penig, Amtsberg, Grünhainichen, Leubsdorf, Niederwiesa und Oederan benannt. In Penig wird bereits seit Oktober 2018 an der neuen Kläranlage gearbeitet. Hintergrund hier ist, dass Unternehmen wie die Papierfabrik größere Mengen Abwasser einleiten. Allein dieses Großprojekt kostet insgesamt knapp 16 Millionen Euro. Die Anlage soll im Dezember den Probebetrieb aufnehmen und dann ab Frühjahr 2021 Abwässer klären. Im Bereich der Wasserversorgung sollen laut dem Plan des Zweckverbandes im kommenden Jahr rund 7,9 Millionen Euro investiert werden. Hier geht es vor allem um Projekt der Netzerneuerung, die im Zusammenhang mit Straßenbauprojekten vorgenommen werden.

Im Finanzplan der kommenden Jahr soll die Größenordnung der Investitionen auf bis zu 16,9 Millionen Euro im Jahr 2025 sinken. Für 2022 sind noch 24,9 Millionen geplant. (jl)

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